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Parkschikane

Das versteht kein Bürger mehr“: Pakrsheriffs kommen dreimal täglich

Das versteht kein Bürger mehr“: Pakrsheriffs kommen dreimal täglich
(FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Plötzlich kleben Strafzettel an den Windschutzscheiben – in Döbling sorgt eine neue Kontrollwelle für Empörung. Jahrzehntelang geduldetes Parken wird nun rigoros geahndet.

In mehreren Straßen von Wien-Döbling sorgt die verstärkte Kontrolle der Parkordnung seit etwa zwei Wochen für erheblichen Unmut. Die Parksheriffs zeigen in Wien-Döbling außergewöhnliche Präsenz – manche Straßenzüge werden mehrmals täglich kontrolliert. Während Anwohner von regelrechter Schikane sprechen, bezeichnet der stellvertretende Bezirksvorsteher Robert Wutzl die Situation als „Pflanzerei“.

📍 Ort des Geschehens

Besonders in der Zahnradbahnstraße, der Frimmelgasse und weiteren umliegenden Bereichen werden täglich zahlreiche Strafzettel ausgestellt. Grund dafür ist die plötzliche Durchsetzung einer Regelung, die eine jahrzehntelang geduldete Parkpraxis nun unterbindet. Eine betroffene Anrainerin zeigt sich konsterniert: „Wir sind fassungslos. Hier hat es noch nie Probleme gegeben, und plötzlich werden wir behandelt, als ob wir die Straße blockieren würden.“

Die behördliche Begründung für das Vorgehen stützt sich auf die Straßenverkehrsordnung: In den schmalen Gassen sei bei fehlendem Gegenverkehr ohne entsprechende Bodenmarkierungen das Parken nicht erlaubt. Die Stadt Wien bestätigt diese Rechtslage und erklärt, dass in den betroffenen Bereichen das Parken ohne Bodenmarkierung in schmalen Gassen laut Straßenverkehrsordnung unzulässig ist. Für die Anwohner erscheint diese Erklärung realitätsfremd. Ein Nachbar schildert die bisherige Praxis: „Man hat sich hier immer ausmachen können, Autos sind aneinander vorbeigefahren – das war nie ein Thema.“

Der ÖVP-Politiker Robert Wutzl, stellvertretender Bezirkschef, stellt sich auf die Seite der Anwohner: „Das versteht einfach kein Bürger mehr. Innerhalb von 24 Stunden sind die Kontrolleure zum Beispiel im Sulzweg gleich dreimal durchgegangen. Das ist eine Pflanzerei.“

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Lösungsansätze gefordert

Als Lösungsansatz werden Stellplatzmarkierungen genannt, die das Parken trotz der engen Straßenverhältnisse legalisieren würden. Für die Umsetzung sind jedoch mehrere Magistratsabteilungen zuständig. Die MA 46 ist für die technische Umsetzung von Stellplatzmarkierungen verantwortlich, während die MA 67 für die Parkraumüberwachung zuständig ist. Wutzl weist darauf hin, dass jede Planung zwangsläufig Parkplätze kosten werde, da Ausweichflächen und Sackgassenenden freigehalten werden müssten. Zudem sei mit einem monatelangen Verfahren zu rechnen.

Der Verkehrsexperte schätzt für die aktuell betroffenen Gassen eine Wartezeit von „zumindest zwei bis drei Monaten“ bis zur Bescheiderteilung. Erst danach könne die zuständige Magistratsabteilung mit den erforderlichen Markierungsarbeiten beginnen.

Rechtsmittel für Betroffene

Für gestraffte Anwohner gibt es jedoch einen Hoffnungsschimmer: Betroffene können individuelle Beschwerden bei der MA 67 einreichen. Diese werden im Einzelfall geprüft und haben bereits in mehreren ähnlich gelagerten Fällen zur Stornierung der Strafen geführt. Besonders dann, wenn Anrainer trotz gültigem Parkpickerl für den 19. Bezirk in angrenzenden Zonen abgestraft wurden.

Anwohner frustriert

Bis zur Umsetzung der Maßnahmen bleibt die Diskrepanz zwischen gesetzlichen Vorgaben und gelebter Praxis bestehen. Wutzl hofft auf kulantes Vorgehen in jenen Bereichen, wo die Planungen bereits in Auftrag gegeben wurden. Parallel dazu habe er weitere Gassen zur Markierungsplanung angemeldet. Die angespannte Personalsituation in den Fachabteilungen verlängere jedoch die Bearbeitungszeiten erheblich.

Die unmittelbaren Auswirkungen spüren die Anwohner bereits jetzt durch Verdrängungseffekte. Für die Bewohner bedeutet dies längere Wege mit Einkäufen und wachsende Frustration.

Ein Betroffener bringt die Stimmung auf den Punkt: „Man fühlt sich im Stich gelassen. Kommunikation gab es keine, plötzlich kleben da die Strafen. So geht man nicht mit den Leuten um.“

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KO KOSMO-Redaktion
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