Vier Parteien fordern strengere Regeln für Radfahrer auf der Mariahilfer Straße. Gefährliche Situationen und Unfälle haben zum parteiübergreifenden Vorstoß geführt.
In der Bezirksvertretungssitzung von Wien-Mariahilf haben die vier Parteien SPÖ, Neos, ÖVP und FPÖ am 20. März 2025 einen gemeinsamen Antrag eingebracht. Dieser fordert eine Überprüfung der aktuellen Ausnahmeregelungen für Rad- und Scooterfahrer in der Begegnungs- und Fußgängerzone auf der Mariahilfer Straße. Laut Antragsbegründung häufen sich dort gefährliche Situationen, insbesondere für verkehrsschwache Personengruppen. Vor allem der Rad- und Scooterverkehr werde wiederholt als Sicherheitsrisiko identifiziert.
Der beschlossene Antrag ersucht die zuständige Stadträtin explizit um Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit in der Fußgängerzone, wobei auch ein komplettes Verbot der Durchfahrt mit Fahrrädern als Option geprüft werden soll. Als besonders gefährdete Gruppen werden ältere Menschen, Personen mit Beeinträchtigungen sowie Eltern mit Kinderwägen genannt, die durch Rad- und E-Scooter-Fahrer einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind.
„Damit rückt eine langjährige freiheitliche Forderung einen entscheidenden Schritt näher. Wir Freiheitliche haben seit Jahren kritisiert, dass Radfahrer und E-Scooter-Lenker dort viel zu schnell unterwegs sind, Fußgänger massiv gefährden und es in der Vergangenheit bereits zu Unfällen gekommen ist. Die logische Konsequenz ist ein klares und konsequentes Radfahrverbot.“ Mit diesen Worten reagierte der FPÖ-Wien-Mariahilf-Klubobmann Lukas Korp in einer Aussendung auf den parteiübergreifenden Vorstoß.
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Aktuelle Regelungen
Derzeit erlaubt eine Zusatztafel in der Fußgängerzone das Radfahren mit einer Höchstgeschwindigkeit von 4–5 km/h, was Schrittgeschwindigkeit entspricht. Die bisherigen Versuche, diese Regelungen durchzusetzen, blieben jedoch ohne nachhaltigen Erfolg.
Alternative Routen
Als Argument für eine mögliche Verschärfung führt der Antrag an, dass mittlerweile alternative Routen für Rad- und Scooterfahrer sowohl in Wien-Mariahilf als auch im angrenzenden Wien-Neubau existieren. Zudem verweist das Papier auf die künftige Verkehrsentwicklung: Die geplanten umliegenden „Radstraßen“ (Straßen mit Vorrang für Radverkehr), der fortschreitende U-Bahn-Ausbau sowie die bereits hohe und voraussichtlich weiter steigende Fußgängerfrequenz müssten in die Überlegungen einbezogen werden.