Bis zu 720 Euro jährlich liegen für Österreicher auf der Straße. Trotz enormer Sparpotenziale beim Energieanbieter-Wechsel bleiben viele Verbraucher passiv.
Haushalte können durch einen Wechsel des Energieanbieters erhebliche Einsparungen erzielen. Laut einer aktuellen Erhebung der E-Control (Energie-Control Austria, die österreichische Regulierungsbehörde für Strom und Gas) sind bei Strom bis zu 370 Euro und bei Gas sogar bis zu 720 Euro jährlich möglich – Neukundenrabatte bereits eingerechnet. Dennoch nutzen viele Verbraucher diese Sparmöglichkeit nicht. Von Jänner bis September haben österreichweit 299.460 Strom- und Gaskunden – sowohl private Haushalte als auch Unternehmen – ihren Anbieter gewechselt.
Zwar liegt diese Zahl über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres mit etwa 275.000 Wechseln, doch laut E-Control verschenken zahlreiche Konsumenten durch ihre Passivität bares Geld. E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch betont, dass ein Lieferantenwechsel „deutlich einfacher, als vielleicht oft vermutet wird und völlig unkompliziert möglich“ sei.
Regionale Unterschiede
Die Wechselbereitschaft variiert regional stark. Niederösterreich führt die Statistik an: Dort haben in den ersten neun Monaten des Jahres 6,0 Prozent der Stromkunden und 5,7 Prozent der Gaskunden zu einem neuen Anbieter gewechselt – der höchste Wert in Österreich.
Bei den Stromkunden folgt die Steiermark mit einer Wechselquote von 5,0 Prozent vor Oberösterreich mit 4,4 Prozent. Im Gasbereich belegt Oberösterreich mit 5,2 Prozent den zweiten Platz, gefolgt von Wien mit 4,1 Prozent. Am wenigsten Bewegung zeigt sich in Vorarlberg, wo nur 0,3 Prozent der Stromkunden und 0,7 Prozent der Gaskunden ihren Anbieter wechselten.
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Alltägliche Sparmaßnahmen
Neben dem Anbieterwechsel weist die E-Control auf weitere Einsparmöglichkeiten durch bewussteren Energieverbrauch hin. Co-Vorstand Alfons Haber erklärt, dass Energiesparen im Alltag leicht umsetzbar sei: „Da gilt es zum Beispiel, Räume nicht zu überhitzen, richtig zu lüften, das Heizsystem warten zu lassen, die Raumtemperatur in der Nacht abzusenken, die Heizkörper regelmäßig zu entlüften und nicht zu verstellen, um nur einige Möglichkeiten zu nennen, um den Energieverbrauch und die Heizkosten zu senken.“
Je nach Gebäudezustand und Wohnungsgröße könnten selbst mit einfachen Maßnahmen mehrere hundert Euro eingespart werden. Für langfristige Einsparungen empfiehlt Haber zudem „fortgeschrittenere Maßnahmen“ wie digitale Thermostate und Smart-Home-Lösungen, die ebenfalls dazu beitragen könnten, „die Brieftasche langfristig zu entlasten“.