Während die Black Week Spielzeugkassen klingeln lässt, warnt Gesundheitsministerin Schumann vor versteckten Gefahren. Besonders im Niedrigpreissegment lauern ernste Sicherheitsrisiken.
Mit dem Auftakt der Black Week verzeichnet der Spielzeughandel einen deutlichen Anstieg der Verkaufszahlen – gleichzeitig wächst jedoch die Gefahr durch unsichere Produkte. Bei einem Besuch im AGES-Kontrolllabor in Linz schlug Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) Alarm: „Viele Angebote wirken verlockend, aber vor allem im günstigen Segment finden wir nach wie vor zu viele Produkte, die für Kinder gefährlich sein können.“
Die Ministerin appelliert an die Wachsamkeit der Konsumenten, vor allem bei Online-Einkäufen: „Wenn Spielzeug extrem billig ist oder aus fragwürdigen Quellen stammt, ist Vorsicht geboten.“ Gegen Plattformen wie TEMU laufen derzeit Verbandsklagen aufgrund manipulativer Gestaltung und mangelnder Schutzmaßnahmen für Minderjährige. „Wir setzen ein klares Zeichen: Auch Online‑Plattformen tragen Verantwortung.“
„Kinder sollen sicher spielen können – das ist unser oberstes Ziel“, betont Schumann. „Mit strengeren EU‑Regeln, verstärkten Kontrollen und einem klaren Vorgehen gegen unseriöse Anbieter schützen wir unsere Jüngsten. Aber auch Konsumentinnen und Konsumenten können viel dazu beitragen: Gerade jetzt zur Black Week gilt mehr denn je: Augen auf beim Spielzeugkauf.“
Häufige Sicherheitsrisiken
Die AGES bestätigt, dass Spielwaren seit Jahren zu den am häufigsten beanstandeten Produktgruppen zählen. Die Fachleute entdecken regelmäßig „verschluckbare Kleinteile, gesundheitsgefährdende Lautstärken, riskante Magnetelemente oder Spielzeuge mit verbotenen chemischen Substanzen“. Besonders beunruhigend sei, dass immer wieder unsichere Produkte für Kleinkinder unter drei Jahren auftauchen – „von sich lösenden Knopfaugen bis zu Schadstoffen, die beim Nuckeln oder Beißen in den Körper gelangen können“.
AGES-Fachfrau Daniela Schachner erläutert: „Spielzeug für Kinder unter drei Jahren darf keine verschluckbaren Teile enthalten und muss auch dann sicher sein, wenn es stundenlang in den Mund genommen wird.“ Besondere Aufmerksamkeit, so die Expertin, verdiene „elektrisches Spielzeug mit Knopfbatterien“, da diese „beim Verschlucken lebensbedrohliche Verletzungen verursachen können“.
Die AGES untersucht Spielwaren auf mechanische und physikalische Sicherheit, Brennbarkeit sowie chemische Eigenschaften – darunter Schwermetalle, unzulässige Weichmacher oder Azofarbstoffe. Auch die Beständigkeit gegen Speichel und Schweiß sowie die vorgeschriebene Kennzeichnung werden überprüft.
Neue EU-Verordnung
Noch in diesem Jahr soll eine neue EU-Spielzeugverordnung für erhöhte Sicherheitsstandards sorgen. Vorgesehen sind „strengere Regeln für gefährliche Chemikalien – etwa PFAS oder hormonell wirksame Stoffe – sowie zusätzliche Anforderungen für digitales und vernetztes Spielzeug“. Ein Kernstück der Verordnung ist der digitale Produktpass in Form eines QR-Codes, der den Behörden eine schnelle Kontrolle der Sicherheitsanforderungen ermöglicht.
Worauf man beim Spielzeugkauf achten sollte:
CE-Kennzeichnung kontrollieren
Altersempfehlungen beachten
Qualität und Stabilität überprüfen
Geräuschpegel von Spielzeugtelefonen testen
Kunststoffspielzeug auf Bruchanfälligkeit untersuchen
Bei Magnetspielzeug besonders vorsichtig sein
Nur bei vertrauenswürdigen Händlern einkaufen