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U17-WM: Österreichs Torjäger im Visier internationaler Scouts

Fussball Stadion Wiese Ball
(Symbolbild FOTO: iStock)

Mit acht Toren bei der U17-WM schießt sich Johannes Moser ins Rampenlicht. Der 17-jährige Liefering-Stürmer weckt internationale Begehrlichkeiten und wirft Fragen auf.

Johannes Moser, der 17-jährige Offensivakteur des FC Liefering, hat mit seinen beeindruckenden Leistungen bei der U17-WM in Katar die Blicke internationaler Scouts auf sich gezogen. Mit acht Turniertreffern führte der Youngster das österreichische Nachwuchsteam erstmals in ein WM-Finale und entfachte damit eine Diskussion über die Chancen heimischer Talente in der Bundesliga.

Die Erfolgsgeschichte der U17-Auswahl wirft ein Schlaglicht auf ein bekanntes Problem: Trotz ihrer Glanzleistungen gegen Italien im Halbfinale wartet das Gros der Nachwuchshoffnungen noch auf den Durchbruch im heimischen Oberhaus. Luca Weinhandl von Sturm Graz durfte immerhin schon Europa-League-Luft schnuppern und stand im Bundesliga-Kader, während Abwehrtalent Ifeanyi Ndukwe bei der Wiener Austria kurz vor seinem Debüt steht. Wie Moser, der in neun Zweitliga-Einsätzen ein Tor und einen Assist verbuchen konnte, sammeln beide derzeit in der 2. Liga wertvolle Spielpraxis.

Diese Zweitliga-Erfahrung erweist sich für die Nachwuchskicker als wertvolles Sprungbrett. “Ein Vorteil ist, dass einige in der 2. Liga spielen, das ist eine physische Liga, eine erwachsene Liga, das hilft uns auf der internationalen Ebene”, betonte Moser selbst. Teamchef Hermann Stadler hob besonders die körperliche Verfassung seiner Schützlinge hervor: “Entscheidend war wieder, dass wir nach der Pause einen drauflegen konnten. Wir können uns auf unsere Stärke verlassen, unsere Fitness”.

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ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel lobte auch:”Wir machen die Tore, wenn die anderen nicht mehr können”.

Historischer Erfolg

Mit sieben Siegen und dem beeindruckenden Torverhältnis von 17:1 hat Österreichs U17-Auswahl Historisches erreicht. “Ich glaube noch immer, ich bin im falschen Film”, gestand Stadler angesichts des unerwarteten Erfolgs. Für Spieler wie Hasan Deshishku erfüllt sich ein Kindheitstraum, während Jakob Pokorny bereits vom nächsten Meilenstein träumt: “Wir wollen unsere Geschichte im Finale weiterschreiben.”

Die Mentalität des Teams beeindruckt selbst den erfahrenen Trainer Stadler. “Sie wollen immer mehr, sind mit dem Erreichten nicht zufrieden”, lobte er seine Mannschaft und betonte, dass er in seinen zwei Jahrzehnten beim ÖFB eine solche Einstellung noch nicht erlebt habe. Dabei warten Talente wie Rafael Feldinger und Florian Hofmann noch auf ihre ersten Einsatzminuten im Erwachsenenfußball – ein Umstand, der die Bedeutung nachhaltiger Nachwuchsförderung in Österreich unterstreicht.

Internationale Perspektive

Der Blick über die Landesgrenzen zeigt deutliche Unterschiede: Belgische Jungstars wie Jorthy Mokio und Nathan De Cat sind bereits fest im Profifußball etabliert. Mokio sammelte Champions-League-Erfahrung bei Gent, während De Cat bei RSC Anderlecht regelmäßig zum Einsatz kommt.

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Die Marktwerte der belgischen Talente spiegeln den Erfolg der dortigen Nachwuchsarbeit wider und werfen die Frage auf, ob die österreichische Bundesliga ihren Juwelen ausreichend Spielzeit gewährt.

Teamarchitekt Hermann Stadler, der die Mannschaft zu einer verschworenen Einheit formte, erhält höchstes Lob von Peter Schöttel: “Hermann ist einer, der immer mithilft, 100-prozentig engagiert ist, der sich nie in die erste Reihe oder vor die Kamera gedrängt hat. Deshalb freut mich der Erfolg für ihn umso mehr” Mit einem möglichen Titelgewinn gegen Portugal könnte das Team seinen historischen Erfolg krönen – und Bundespräsident Alexander Van der Bellen zu einer weiteren Grußbotschaft inspirieren.

Für Torjäger Moser steht zudem die Chance im Raum, die Torschützenkrone zu gewinnen – eine Auszeichnung, die in der Vergangenheit spätere Weltstars wie Cesc Fàbregas und Victor Osimhen errangen.