Während Wien 13 Filmfestivals mit knapp 700.000 Euro fördert, sorgt ein Posten für Aufregung: 25.000 Euro fließen an das Porn Film Festival – die FPÖ tobt.
Die Stadt Wien stellt für das Jahr 2026 insgesamt 690.000 Euro für die Förderung von 13 Filmfestivals und Sommerkinos bereit. Unter den geförderten Veranstaltungen befindet sich auch das „Porn Film Festival Vienna“, das mit 25.000 Euro unterstützt wird. Der Verein „Freund_innen des Pornographischen Films“ organisiert das Festival seit 2018 und versteht es als künstlerische und bildungsorientierte Plattform, die gesellschaftlichen Dialog zu Themen wie Sexualität und Körperbildern anregen soll. Die nächste Ausgabe des Festivals ist für den Zeitraum vom 16. bis 20. April 2026 geplant und wird thematisch auf Barrierefreiheit, Diversität und neue Beziehungsformen ausgerichtet sein. Das Programm umfasst 15 Langfilme sowie 170 Kurzfilme in 20 verschiedenen Programmen.
FPÖ-Kritik
Heftige Gegenstimmen kommen von der FPÖ, die die finanzielle Unterstützung des Festivals scharf verurteilt. Ein Parteisprecher bezeichnet die Förderung als „völlig absurd“ und wirft der Wiener Stadtregierung vor, trotz angespannter Haushaltslage einen „Förderwahnsinn“ zu betreiben. Besonders kritisiert die Partei den Mangel an Transparenz bei den Förderentscheidungen, da nicht offengelegt werde, welche Anträge abgelehnt wurden.
Fördersummen-Verteilung
Die Fördersummen für die verschiedenen Kulturinitiativen variieren deutlich: Das VOLXkino erhält 130.000 Euro, der Verein Independent Cinema wird mit 200.000 Euro unterstützt, und für die Jüdische Filmwoche sind 90.000 Euro vorgesehen. Mit 25.000 Euro liegt das Porn Film Festival im unteren Bereich der Förderungen, gleichauf mit dem Filmarchiv Austria und dem Verein Frameout. Der Verein „Landjäger“ erhält mit 10.000 Euro die geringste Summe. Die FPÖ verlangt vollständige Transparenz bei allen Förderentscheidungen und kritisiert die aktuelle Vergabepraxis als willkürlich.
Als Veranstaltungsorte für das Festival dienen die Kinos Schikaneder und Breitenseer Lichtspiele sowie weitere Locations wie die Aids Hilfe Wien, die Akademie der Bildenden Künste, der Prospekthof und der Camera Club.
Die Veranstalter rechnen mit rund 8.000 Besuchern.