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Wirtschaftsoffensive

Millionen-Paket: Regierung kämpft um Österreichs Tourismus-Zukunft

Millionen-Paket: Regierung kämpft um Österreichs Tourismus-Zukunft
(FOTO: Parlamentsdirektion / Johannes Zinner)
3 Min. Lesezeit |

Österreichs Tourismus bekommt frischen Rückenwind: Die Bundesregierung schnürt ein Zehn-Punkte-Paket mit Millionenbudget, Olympia-Sonderförderung und digitalen Lösungen.

Die Bundesregierung setzt auf ein Maßnahmenpaket zur nachhaltigen Stärkung des österreichischen Tourismussektors. Eine nationale Strategie, spezielle Budgetmittel für die Olympischen Winterspiele 2026 sowie eine breit angelegte Imagekampagne stehen im Zentrum der Initiative. Die Details präsentierten Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP), Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) und Deregulierungsstaatssekretär Josef Schellhorn (Neos) bei der ersten Ministerratssitzung nach dem Jahreswechsel.

Zehetner betonte eingangs die wirtschaftliche Bedeutung der Branche: „Tourismus ist kein Schönwetterthema, sondern ein echter Standortfaktor“. Der Sektor generiert gemeinsam mit der Freizeitwirtschaft 14 Prozent der heimischen Wirtschaftsleistung. Die Nächtigungszahlen von Jänner bis November 2025 beliefen sich auf 143 Millionen – ein Anstieg von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Seit Mitte 2025 arbeitet der Bund gemeinsam mit Branchenvertretern an einer langfristigen Tourismusstrategie. In bisher fünf Expertengipfeln wurden Schwerpunktthemen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Fachkräftemangel erörtert. Nach der aktuellen Auswertungsphase folgt im März die Abstimmung mit den Bundesländern. Das fertige Konzept soll im Sommer 2026 als strategisches „Zielbild“ vorgestellt werden.

Für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo stellt die Regierung ein Sonderbudget von einer Million Euro bereit. Damit soll Österreich als führende Skidestination beworben werden.

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Die Erfassung der tatsächlichen Übernachtungszahlen weist derzeit Lücken auf. Diese will die Regierung unter anderem durch die Einführung eines „Digitalen Gästeblatts“ schließen, für das nun die technischen Voraussetzungen geschaffen werden sollen.

Fachkräfteoffensive

Das Wirtschafts- und Tourismusministerium plant eine Imagekampagne zur Attraktivierung des Berufsfeldes und zur Gewinnung neuer Fachkräfte für die Branche.

Der Tourismusbeschäftigtenfonds erhält jährlich 6,5 Millionen Euro. Diese Mittel sollen gezielte Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen fördern und zur Stabilisierung von Arbeitsverhältnissen im Tourismussektor beitragen. Sozialministerin Schumann unterstreicht: „Damit investiere man konkret in bessere Arbeitsbedingungen, Unterstützung und Qualifizierung – das bringt mehr Stabilität, gerade auch über die Saison hinaus“.

Gemeinsam mit den Sozialpartnern will die Regierung zudem eine Fachkräftestrategie entwickeln. Zentrales Anliegen ist die Schaffung von Ganzjahresarbeitsplätzen, um die Saisonabhängigkeit zu reduzieren und qualifizierte Mitarbeiter langfristig zu binden.

Strukturelle Maßnahmen

Die Wahrnehmung des Tourismus als Inflationstreiber greift nach Ansicht der Regierung zu kurz. Zehetner betont: „Der Tourismus ist einer der wichtigsten Dienstleistungsexporte Österreichs und muss in der Preisstatistik auch als solcher behandelt werden“. Sie plant daher, mit der Statistik Austria die Methodik der Inflationsberechnung im Tourismussektor zu überprüfen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der statistischen Gewichtung ausländischer Gäste, die in manchen Regionen bis zu 75 Prozent der Übernachtungen ausmachen.

Bis 2029 stehen etwa 8.000 Betriebsübergaben im Tourismussektor an. Mit dem Weiterbildungsprogramm „NextGen4Austria“ will die Regierung potenzielle Nachfolger gezielt qualifizieren.

Die Regierung strebt außerdem transparentere Regelungen für die Ausweisung von Abgaben wie der Ortstaxe an. Auch die Preisauszeichnung in Hoteleingangsbereichen soll modernisiert werden. Staatssekretär Schellhorn, selbst karenzierter Hotelier, merkt an: „Qualität und Erlebnis entstehen zwischen Gast und Gastgeber – nicht in der Zettelwirtschaft“.

Für Kurzzeitvermietungen über Online-Plattformen hat die EU eine Verordnung erlassen, die ab Mai 2026 gilt. Das Wirtschaftsministerium plant, Vermieter bei der Umsetzung der technischen Anforderungen zu unterstützen.

Zehetner weist auf die aktuellen Herausforderungen der Branche hin: steigende Energie-, Personal- und Finanzierungskosten, Fachkräftemangel und wachsender internationaler Wettbewerb.

Mit dem Zehn-Punkte-Programm will die türkis-rot-pinke Koalition die Zukunftsfähigkeit des österreichischen Tourismus sichern.

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KO KOSMO-Redaktion
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