Neue Dokumente enthüllen: Elon Musk und Jeffrey Epstein planten mehrfach Treffen auf dessen berüchtigter Privatinsel. Der Tesla-Chef hatte die Verbindung bisher heruntergespielt.
Neu veröffentlichte Dokumente des US-Justizministeriums belegen eine intensivere Kommunikation zwischen Elon Musk und dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein als bisher bekannt. Die E-Mails aus den Jahren 2012 und 2013 sind Teil eines umfangreichen Konvoluts von drei Millionen Dokumenten, die kürzlich freigegeben wurden. Epstein, der 2019 in seiner Gefängniszelle tot aufgefunden wurde, unterhielt bekanntlich Kontakte zu zahlreichen einflussreichen Persönlichkeiten.
Die Korrespondenz zeigt, dass Musk und Epstein mehrfach Besuche auf Epsteins Privatinsel Little St. James planten, die jedoch offenbar nie zustande kamen. In einer Nachricht vom Dezember 2013 schrieb Musk: „Ich werde während der Feiertage in der Gegend der Britischen Jungferninseln und St. Barts sein. Gibt es eine gute Zeit für einen Besuch?“ Epstein antwortete: „Jeder Tag zwischen dem 1. und 8. Für dich ist immer Platz.“ Nach weiteren Terminabstimmungen musste Epstein schließlich absagen und bedauerte, dass sie keine Zeit „nur mit Spaß auf der Tagesordnung“ verbringen könnten.
Ein früherer Schriftwechsel aus dem November 2012 zeigt, dass Epstein Musk fragte, wie viele Personen per Hubschrauber zur Insel kommen würden. Musk antwortete: „Wahrscheinlich nur Talulah und ich. An welchem Tag oder welcher Nacht wird die verrückteste Party auf deiner Insel sein?“ Anfang Jänner 2013 sagte Musk den Besuch jedoch mit Verweis auf logistische Schwierigkeiten ab.
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Widersprüchliche Aussagen
Diese Enthüllungen stehen im Widerspruch zu Musks bisherigen Äußerungen über seine Beziehung zu Epstein. Gegenüber Vanity Fair hatte der Tesla-CEO 2019 erklärt, Epstein sei „gruselig“ gewesen und habe mehrfach versucht, ihn zu einem Inselbesuch zu überreden, was er abgelehnt habe. Bemerkenswert ist, dass die Kommunikation zwischen den beiden Jahre nach Epsteins erster Verurteilung wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution im Jahr 2008 stattfand.
Epstein wurde 2019 erneut verhaftet, diesmal wegen Bundesanklagen im Zusammenhang mit Menschenhandel. Die Dokumente enthalten zudem eine E-Mail von Epsteins langjähriger Assistentin Lesley Groff, die 2013 ein Mittagessen für Epstein im SpaceX-Hauptquartier organisierte. „Elon Musk schätzt die Einladung zur Ranch, hat aber Verpflichtungen… Das Mittagessen am Montag, dem 25. Februar um 13 Uhr bei SpaceX ist bestätigt“, schrieb sie.
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Musks Reaktionen
Ob dieses Treffen tatsächlich stattfand und ob Musk anwesend war, bleibt unklar. In einem weiteren Austausch gratulierte Epstein Musk nach einem erfolgreichen Raketenstart. Anfragen an Musks Unternehmen blieben unbeantwortet.
Bereits in der Vergangenheit stand Musk unter Druck, seine Verbindung zu Epstein zu erklären. Im vergangenen Jahr veröffentlichten Demokraten im Repräsentantenhaus Epsteins Terminkalender von 2014, der einen Eintrag enthielt: „Erinnerung: Elon Musk auf die Insel am 6. Dezember (findet das noch statt?)“. Musk bestritt auf seiner Plattform X, dass ein solcher Besuch geplant war.
Trotz seiner Beteuerungen, keine persönliche Verbindung zu Epstein gehabt zu haben, nutzte Musk dessen Namen wiederholt für Angriffe auf andere. Während einer öffentlichen Auseinandersetzung mit Donald Trump behauptete er, der Name des ehemaligen Präsidenten befinde sich in Epsteins Dokumenten, löschte diese Beiträge jedoch später.
Im Mai kritisierte er zudem Bill Gates wegen dessen Beziehung zu Epstein, nachdem Gates ihn für Kürzungen bei humanitärer Hilfe kritisiert hatte.