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Fahndungserfolg

DNA überführt „Seniorenschreck“ – Mordverdächtiger erst kürzlich aus Haft entlassen

DNA überführt „Seniorenschreck“ – Mordverdächtiger erst kürzlich aus Haft entlassen
Istockpkoto: DNA)
3 Min. Lesezeit |

Nach zehn Tagen intensiver Ermittlungen brachte ein DNA-Gutachten den entscheidenden Durchbruch in einem Fall, der die Wiener Bevölkerung erschütterte. Die Ermittlungen begannen am 20. Jänner, nachdem eine 87-jährige Bewohnerin eines Seniorenheims in Wien-Döbling mutmaßlich durch Ersticken getötet worden war.

Die Ermittler verfolgten zunächst verschiedene Spuren und schlossen weder Heimbewohner noch Personal oder Angehörige als mögliche Täter aus. Neben der Auswertung von Überwachungsaufnahmen wurden zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, darunter verstärkte Kontrollen am Eingang zur Unterstützung des Portierdienstes.

Am Wochenende erfolgte in Wien-Penzing die Festnahme eines Tatverdächtigen. Ein DNA-Abgleich führte die Ermittler auf seine Spur, woraufhin das Landeskriminalamt zugriff. Polizeisprecher Markus Dittrich hielt sich aufgrund der „sensiblen Phase der Ermittlungen“ mit weiteren Informationen zurück. Der 61-jährige Festgenommene befindet sich nun in Untersuchungshaft und wird zum Tötungsdelikt im Seniorenheim befragt.

Vorbestrafter Täter

Die Tageszeitung „Heute“ lokalisierte den Gemeindebau in Wien-Penzing, in dem der 61-jährige türkische Staatsbürger zuletzt gewohnt haben soll. Laut Recherchen der Zeitung ist der Mann kein unbeschriebenes Blatt: Er wird als „Seniorenschreck“ beschrieben und soll bereits durch zahlreiche Betrugsfälle zum Nachteil älterer Menschen aufgefallen sein. Mit acht einschlägigen Vorstrafen verbüßte er bis vor Kurzem eine Haftstrafe in der Justizanstalt Hirtenberg in Niederösterreich.

Da der Verdächtige nach seiner Haftentlassung noch keine eigene Unterkunft hatte, wohnte er bei einer Bekannten in Wien-Penzing. Ausgerechnet in jenem Gemeindebau, der bereits durch einen anderen Kriminalfall bekannt wurde: Dort hatte vor Jahren der Serientäter Christian S. (52) zwei Menschen getötet. Die Opfer des ehemaligen Katzenquälers waren Internetbekanntschaften, die nach Chemsex-Praktiken (Sex unter Einfluss chemischer Drogen) starben.

In einem Fall blieb die Leiche drei Wochen in der Bettlade des später Verurteilten, bis Nachbarn wegen Geruchsbelästigung die Polizei alarmierten. Christian S. erhielt eine siebenjährige Freiheitsstrafe wegen sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person und Raubes, verbunden mit der Einweisung in ein forensisch-therapeutisches Zentrum.

Sicherheitsmaßnahmen

Die Festnahme des aktuellen Mordverdächtigen erfolgte in dem Gemeindebau in Wien-Penzing, wo er zuletzt untergekommen war. Vor Ort recherchierende „Heute“-Journalisten sprachen mit Anwohnern, die von nächtlichem Sirenengeheul und Blaulicht berichteten. Vielen Bewohnern wurde erst im Nachhinein klar, dass der Polizeieinsatz im Zusammenhang mit dem Mordfall stand.

In der betroffenen Park Residenz wird weiterhin über Sicherheitskonzepte diskutiert. Direktor Georg Gonano erklärte gegenüber der „Krone“, dass die Präsenz an der rund um die Uhr besetzten Rezeption verstärkt wurde. Zudem werde der Haupteingang nun früher als üblich verschlossen.

Dies stelle eine „Gratwanderung“ dar, da die Senioren als Mieter das Recht auf freie Bewegung hätten.

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KO KOSMO-Redaktion
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