Ein Kleinkind in Frankreich, ein nachgewiesenes Toxin – und ein weltweiter Rückruf rückt damit in eine neue Dimension.
Bei einem Kleinkind in Frankreich wurde das Toxin Cereulid nachgewiesen. Das französische Gesundheitsministerium gab dies am Freitag in Paris bekannt. Der Giftstoff wurde in einer Stuhlprobe des Kindes festgestellt und könne laut Ministerium „die Symptome erklären“.
Nähere Angaben zum betroffenen Kind machte das Ministerium nicht. Nach Informationen von Radio France handelt es sich um ein Kleinkind, das im Februar eine Nacht stationär in einem Krankenhaus in Montpellier behandelt wurde. Dem Bericht zufolge hatte das Kind zuvor Säuglingsmilch auf Basis von Milchpulver des französischen Herstellers Danone erhalten.
Weltweiter Rückruf
Seit Dezember haben mehrere Hersteller – darunter internationale Konzerne wie Nestlé, Danone und Lactalis – in mehr als 60 Ländern weltweit Säuglingsnahrung zurückgerufen. Hintergrund ist eine mögliche Verunreinigung mit Cereulid. Der Giftstoff kann Durchfall und Erbrechen auslösen.
Danone hat am 5. Februar 2026 den Rückruf von Aptamil Pronutra Pre mit Inhalt 1,2 kg und Mindesthaltbarkeitsdatum 19.11.2026 aufgrund von Cereulid angeordnet. Der Konzern erweiterte den Rückruf am selben Tag auf verschiedene weitere Aptamil-Produkte, nachdem zuvor bereits drei Chargen betroffen waren.
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Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) haben bestätigt, dass in mindestens sieben europäischen Ländern Erkrankungen bei Kleinkindern registriert wurden.
Chinas mögliche Rolle
Europäische Behörden verweisen auf China als möglichen Ausgangspunkt: Dort sei Cereulid erstmals im Dezember in Chargen von Präparaten entdeckt worden, die Arachidonsäureöl chinesischer Herkunft enthielten. Arachidonsäure ist ein wichtiger Nährstoff für Säuglinge und auch in Muttermilch enthalten. Das Toxin kann entstehen, wenn Babynahrung oder einzelne Zutaten zu lange warmgehalten oder mehrfach aufgewärmt werden.
Ob ein direkter Zusammenhang mit den zurückgerufenen Produkten besteht, ist allerdings noch offen.