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Missbrauchsurteil

Urteil schnell gefallen: 52-Jähriger Syrer lockte Sechsjährige in Wohnung

Urteil schnell gefallen: 52-Jähriger Syrer lockte Sechsjährige in Wohnung
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Ein Sommernachmittag im Wohnhof, spielende Kinder – und ein Mann, der das Vertrauen einer Familie auf brutalste Weise missbraucht.

Mit gesenktem Kopf betritt ein kräftiger, bärtig wirkender Mann den Saal 307 im Wiener Landesgericht. Der 52-jährige Syrer steht vor Gericht wegen eines Vorwurfs, den selbst sein eigener Verteidiger als erschütternd bezeichnet. Was an einem gewöhnlichen Sommernachmittag als harmloses Kinderspiel begann, endete in einem Albtraum.

Am 3. Juli 2025 tobten die sechsjährige Nachbarstochter und ihre Geschwister im Hof des Wohnblocks. An diesem Punkt weichen die Darstellungen voneinander ab: Der Angeklagte behauptet, er habe mit den Kindern gespielt und sei mit dem Mädchen kurz in die Wohnung zurückgegangen, um weitere Sessel zu holen. Die Staatsanwältin hingegen schildert es so: „Er hat das Mädchen mit einem Lollipop gelockt und dann in seine Wohnung geschoben.“

Geständnis im Saal

In der Wohnung war das Kind, dessen Name in Maria geändert wurde, seinem Peiniger schutzlos ausgeliefert. Am Bett soll es zu einer dem Beischlaf gleichzusetzenden Handlung gekommen sein. Eindeutige DNA-Spuren im Intimbereich des Mädchens wurden sichergestellt.

Bereits bei der Polizei hatte der Mann seine Aussage geändert – damals erklärte er: „Ich habe ihr nur die Hose gerichtet.“ Auch vor Gericht versucht er zunächst, eine eigene Version der Ereignisse durchzusetzen: „Sie ist freiwillig mitgegangen, weil sie mir mit den Sesseln helfen wollte. Sie hat gespielt und gelacht. Ich habe sie nur kurz berührt, als sie am Bett gestanden ist“, leugnet er jegliche Gewaltanwendung. Nachdem die Aussage des Kindes unter Ausschluss der Öffentlichkeit verlesen wurde, legt er schließlich ein vollständiges Geständnis ab.

Pädophile Neigungen

Die Erklärung, die er für sein Verhalten liefert, lässt aufhorchen. „Ich habe zuvor zehn Milligramm Testosteron genommen, fürs Fitnesscenter. Das ist leider sexuell anregend“, übersetzt die Dolmetscherin die Verantwortung des Angeklagten, der vor seiner Inhaftierung von Sozialleistungen gelebt hatte. Bei einer Hausdurchsuchung wurden knapp 6.000 Dateien mit Kindesmissbrauchsdarstellungen auf seinen Geräten gefunden.

„Unmündige Mädchen, auch Babys“, präzisiert die Richterin. Sein Verteidiger räumt pädophile Neigungen seines Mandanten ein und verweist auf dessen Therapiebereitschaft. Die Anklage umfasst noch einen weiteren Punkt: In einem Wiener Park soll der Mann einem anderen unmündigen Kind einen Pornofilm auf seinem Mobiltelefon gezeigt haben. Auch diesen Vorwurf räumt er letztlich ein.

Das Urteil wird rasch gesprochen: viereinhalb Jahre Haft.

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KO KOSMO-Redaktion
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