Fast zehn Jahre, 255.000 Euro, vier geschädigte Behörden – ein Mann aus Niederösterreich soll das System systematisch ausgetrickst haben.
Während Behindertenanwälte und Arbeiterkammer zuletzt scharfe Kritik an Gutachten der Pensionsversicherungsanstalt übten, zeigt ein aktueller Fall die Kehrseite dieser Debatte: gezielter Betrug, um staatliche Leistungen unrechtmäßig zu beziehen. Wie das Portal „Heute“ berichtete, handelt es sich dabei um einen Fall mit enormem Schadensausmaß.
Ein 34-jähriger Mann aus dem Bezirk Neunkirchen steht im Verdacht, über einen Zeitraum von fast zehn Jahren Sozialleistungen in Höhe von rund 255.000 Euro widerrechtlich bezogen zu haben. Gegenüber Behörden soll er bei medizinischen Untersuchungen eine schwerwiegende körperliche Beeinträchtigung vorgespiegelt haben, die ihn angeblich im Alltag stark einschränkte und arbeitsunfähig machte. Auf dieser Grundlage leistete die Pensionsversicherungsanstalt jahrelang Ausgleichszahlungen.
Ermittlungen dokumentiert
Die Ermittlungsgruppe Sozialleistungsbetrug der Polizeiinspektion Gloggnitz, kurz SOLBE, nahm sich des Falles an und konnte mehrere Täuschungshandlungen dokumentieren. So soll der Beschuldigte in dem fraglichen Zeitraum einer Erwerbstätigkeit nachgegangen sein und sich zeitweise im Ausland aufgehalten haben.
Der Tatzeitraum erstreckt sich laut Polizei von April 2016 bis Februar 2026. Neben der Pensionsversicherungsanstalt wurden auch das Finanzamt Niederösterreich, das AMS sowie das Land Niederösterreich als Geschädigte identifiziert.
Geständnis & Verhaftung
Bei seiner Einvernahme legte der 34-Jährige ein Geständnis ab.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wurde er am 27. März 2026 in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert.