Nächtliches Blöken in einer Tiefgarage – was Passantinnen in Wels aufschreckte, entpuppte sich als Fall für die Polizei.
Mitten in der Nacht sorgten unerwartete Geräusche in einer Tiefgarage in Wels für Aufregung: Mehrere Frauen, die zu diesem späten Zeitpunkt noch unterwegs waren, vernahmen plötzlich deutliches Blöken – und konnten zunächst kaum glauben, was sie da hörten. Sie verständigten die Polizei, die gegen 1.15 Uhr vor Ort eintraf und die Ursache des Lärms rasch ausfindig machte: Im Kofferraum eines geparkten SUV war ein Schaf eingesperrt – ohne Futter, ohne Wasser.
Wenig Einsicht
Über das Kennzeichen des Fahrzeugs konnte der Halter, ein 46-jähriger Mann, ermittelt werden. Er schlief zu diesem Zeitpunkt in seiner Wohnung. Als die Beamten ihn weckten und darauf hinwiesen, dass die Unterbringung des Tieres weder sachgemäß noch tierschutzkonform sei, zeigte er sich wenig einsichtig: Einen Hund würde man schließlich auch nicht anders transportieren, soll er gegenüber den Polizisten geäußert haben.
Während der Halter in seiner Wohnung schlief, harrte Schafbock „Manni“ im Kofferraum aus – und verteidigte sein Besitzer die Situation auch noch nach der Konfrontation durch die Beamten. Noch in derselben Nacht wurde die Icara-Tierrettung alarmiert, die sich des Tieres annahm. „Wir haben das Tier noch in der Nacht ins Tierheim nach Freistadt gebracht“, erzählt Obmann Georg Pold.
Seinen Angaben zufolge hatte der 46-Jährige das Schaf für Zuchtzwecke erworben und wollte es in den niederösterreichischen Bezirk Hollabrunn bringen. Wie lange „Manni“ bereits in dem Kofferraum eingesperrt gewesen war, konnte nicht festgestellt werden.
Mannis Zukunft
Nun liegt der Fall beim zuständigen Magistrat Wels, das die weitere Vorgehensweise prüft. „Wir haben mit der BH Hollabrunn Kontakt aufgenommen, ob dort eine ordentliche Tierhaltung existiert. Sollte das der Fall sein, kann das Schaf mit einem zulässigen Transporter dorthin gebracht werden“, heißt es auf „Krone“-Anfrage.
Update 13.05 Uhr: Wie Georg Pold KOSMO gegenüber bestätigt, befindet sich das gerettete Schaf inzwischen im Tierheim Freistadt. Dort darf es nun dauerhaft bleiben und seinen Lebensabend in Sicherheit verbringen.