20 Milliarden Euro, über tausend Transporte, ein Zwischenfall mit Antiterroreinheit – Österreichs Rolle im Ukraine-Krieg hat eine unbekannte Dimension.
Seit Beginn des Ukraine-Krieges wurden aus Österreich Bargeld und Goldbarren im Gesamtwert von rund 20 Milliarden Euro in die Ukraine transportiert. Wie die Kronen Zeitung unter Berufung auf die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ berichtet, umfassten diese Transfers insgesamt 1.011 Bargeldtransporte sowie 19 Goldtransporte, die allesamt an die ukrainische Staatsbank Oschadbank gerichtet waren.
Das Finanzministerium bestätigte die Vorgänge in seiner Anfragebeantwortung. Die Finanzmarktaufsicht hatte solche Transporte bereits im März als reguläre Bankdienstleistung eingestuft.
Zwischenfall in Ungarn
Den Anlass für die parlamentarische Anfrage der FPÖ lieferte ein konkreter Vorfall: Ein Transport von Wien in die Ukraine wurde in Ungarn von Spezialkräften einer Antiterroreinheit wegen des Verdachts auf Geldwäsche angehalten. Die zwei Geldtransporter hatten 40 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 34 Millionen Euro, 30 Millionen Euro in bar sowie neun Kilogramm Gold an Bord.
Ungarn wies die sieben Begleitpersonen des Transports aus, das Bargeld und das Gold wurden der Ukraine schließlich übergeben.
Diplomatische Spannungen
Der Zwischenfall fiel in eine Phase deutlich angespannter Beziehungen zwischen Kiew und Budapest unter Ministerpräsident Orbán. Hintergrund war unter anderem der Stopp des Transits von russischem Erdöl über die durch russische Einwirkung beschädigte Druschba-Pipeline nach Ungarn.
Ende April nahm die Ukraine den Öltransit wieder auf.