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Betrugsskandal

Millionenbetrug: Abzocke mit Thermen und Wartungen aufgedeckt

Millionenbetrug: Abzocke mit Thermen und Wartungen aufgedeckt
FOTO: iStock/Anna Linda Knoll
3 Min. Lesezeit |

Kaputte Therme, unnötige Reparatur, leeres Konto: Ein Wiener Betrugsnetzwerk soll Kunden und Gläubiger um Millionen gebracht haben.

Die Wiener Polizei hat einen umfangreichen Betrugsskandal im Installationsgewerbe aufgedeckt. Mehrere Betrüger sollen Kundinnen und Kunden durch unnötige Reparaturen und den ungerechtfertigten Austausch von Geräten geschädigt haben. Vier Tatverdächtige wurden identifiziert, der Gesamtschaden wird auf rund 1,2 Millionen Euro beziffert.

Derzeit sind mehr als 30 geschädigte Gläubiger sowie mehrere Opfer des Betrugs bei den Gerätewartungen bekannt, berichtete Polizeisprecher Philipp Haßlinger am Montag. Zumindest bei Letzteren werde noch von einer Dunkelziffer ausgegangen. Weitere mögliche Geschädigte sollen sich mit dem Landeskriminalamt Wien unter 01/31310-33800 in Verbindung setzen.

Systematischer Betrug

Auf die Spur der Täter kamen die Wirtschaftskriminalitätsermittler des Landeskriminalamts Wien, Gruppe Rottenschlager, nach intensiver Ermittlungsarbeit. Den vier Beschuldigten wird vorgeworfen, seit 2022 in systematischer Weise Vermögenswerte beiseitegeschafft und damit Gläubiger in laufenden Insolvenzverfahren geschädigt zu haben. Nach aktuellem Ermittlungsstand hatten sie größere Geldbeträge behoben, nach Serbien und Montenegro überwiesen oder „keinem nachvollziehbaren unternehmerischen Zweck zugeführt“, erläuterte Haßlinger.

Die untereinander teils verwandten Beschuldigten sollen nach eingetretenen Insolvenzen größere Geldbeträge verschoben haben. Darüber hinaus wurden im Zuge von Wartungsarbeiten an Thermen und Gasheizungen Reparaturen sowie Gerätetausche veranlasst, die nach aktuellem Ermittlungsstand nicht erforderlich gewesen wären. Die betreffenden Unternehmen hatten ihren Sitz in Wien, waren jedoch auch in Niederösterreich und im Burgenland tätig.

Nach dem Zusammenbruch einzelner Firmen sollen jeweils neue Gesellschaften gegründet und Vermögenswerte – darunter Fahrzeuge – in diese überführt worden sein. Vier Fahrzeuge im Gesamtwert von rund 93.000 Euro wurden sichergestellt. In einem der Insolvenzverfahren besteht der Verdacht, dass bis Mai 2026 mindestens 650.000 Euro durch Barbehebungen und Überweisungen ins Ausland beiseitegeschafft wurden.

Festnahme & Hausdurchsuchungen

Auf Basis der Ermittlungsergebnisse ordnete die Staatsanwaltschaft Wien eine Festnahmeanordnung sowie Hausdurchsuchungen und Sicherstellungen an. Da der Hauptverdächtige, ein 31-jähriger österreichischer Staatsbürger, an seiner gemeldeten Adresse offenbar nur zum Schein wohnhaft war, musste sein tatsächlicher Aufenthaltsort durch akribische Ermittlungen ausgeforscht werden, betonte Haßlinger.

Am vergangenen Freitag wurde er schließlich festgenommen, gleichzeitig fanden zwei Hausdurchsuchungen in Wien statt. Der 31-Jährige verweigerte die Aussage und wurde in eine Justizanstalt eingeliefert. Die drei weiteren Verdächtigen – ebenfalls österreichische Staatsbürger mit Wohnsitz in Wien – wurden auf freiem Fuß angezeigt.

Die Ermittlungen dauern an.

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KO KOSMO-Redaktion
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