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Minderheitenschutz

Neues Volksgruppengesetz: „Zweisprachigkeit muss früher beginnen“

Neues Volksgruppengesetz: „Zweisprachigkeit muss früher beginnen“
Foto:istock
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Österreich reformiert seinen Minderheitenschutz – doch für Kärntner Slowenen beginnt der eigentliche Kampf erst im Kindergarten.

Im Nationalrat soll noch am Dienstag die Beschlussfassung über ein neues Volksgruppengesetz in Angriff genommen werden. Das Gesetz sieht vor, den Schutz ethnischer Minderheiten in Österreich rechtlich zu verankern und deren Grundrechte auszubauen – darunter auch die Absicherung der zweisprachigen Gerichtsbarkeit. Aus den Reihen der slowenischen Volksgruppe kommen dabei Forderungen nach einem stärkeren Ausbau des zweisprachigen Bildungswesens.

Die Volksgruppenvertretung spricht sich für eine lückenlose Mehrsprachigkeit aus – vom Kindergarten bis zum Schulabschluss. Die Nachfrage dafür sei vorhanden, betonte Bernard Sadovnik von der Gemeinschaft der Kärntner Slowenen: „Wir merken es in den zweisprachigen Gemeinden, aber auch außerhalb des autochtonen Siedlungsgebietes. Das möchte ich wirklich betonen, dass der Wunsch der Eltern, nicht nur aus der Volksgruppe, sondern vor allem aus der Mehrheitsbevölkerung, sehr stark da ist. Dass unsere Kinder beide Sprachen erlernen und dazu vielleicht noch Italienisch und Englisch. Es müsste möglich sein, dass wir insgesamt die Elementarpädagogik auch in einem Bundesgesetz, das heißt in einem Volksgruppengesetz, neu festschreiben.“

Frühkindliche Bildung

Aus Sicht der Kärntner Slowenen liegt der größte Nachholbedarf im Bereich der frühkindlichen Bildung, wo Mehrsprachigkeit nach wie vor kaum verankert ist. Im Kindergartenjahr 2025/26 werden in Kärnten 11 private Kindergärten mit Slowenisch-Angebot unterstützt, in denen 387 Kinder in 17 Gruppen betreut werden. Besonders deutlich zeigt sich das an der geringen Bereitschaft angehender Elementarpädagogen, sich zweisprachig ausbilden zu lassen. An der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik wählen lediglich 48 von insgesamt 650 Schülerinnen und Schülern den Freigegenstand Slowenisch – sei es als Fremd- oder als Volksgruppensprache.

Ein eigener Lehrplan in slowenischer Sprache existiert bislang nicht, wenngleich der Bedarf dafür klar artikuliert wird. Barbara Graber von der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik erläuterte die Situation so: „Es gibt eine Anfrage der Bildungsdirektion gemeinsam mit mir an das Bildungsministerium, von dem wir uns wünschen, dass es einen verordneten Lehrplan gäbe. Das würde heißen, dass bis zu 13 Stunden slowenischer Unterricht auch in den Fachbereichen unterrichtet wird. Das heißt, es wäre nicht nur ein Sprachunterricht, sondern es wäre auch wirklich die pädagogische Ausbildung mit eingefasst.“ Die Zustimmung des Bildungsministeriums steht jedoch noch aus.

Neues Studienmodell

Weiter fortgeschritten ist man an der Pädagogischen Hochschule Kärnten: Ab Herbst 2027 soll dort ein eigener Bachelorstudiengang für Elementarpädagogik starten, der künftig auch in zweisprachiger Form angeboten werden soll. Studiengangsleiterin Sabine Straus erklärte dazu: „Wir haben uns sehr lange dafür eingesetzt, dieses Studium zu erhalten und wir wollen ganz genau hinschauen in diesem Bildungsbereich. Für Kärnten haben wir noch eine Besonderheit herausarbeiten können, nämlich die Bildungssprache Slowenisch im elementaren Bildungsbereich.“

Als mögliches Vorbild für das neue Ausbildungsmodell nennt die Volksgruppe die bestehenden zweisprachigen Volksschulen in Kärnten, deren Strukturen und Synergien dabei gezielt genutzt werden könnten.

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KO KOSMO-Redaktion
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