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Explosionen

USA greifen Iran an: Angst vor neuer Eskalation am Golf

USA greifen Iran an: Angst vor neuer Eskalation am Golf
FOTO: EPA/JIM LO SCALZO
4 Min. Lesezeit |

Die USA haben erneut Ziele im Iran angegriffen. Nach Angaben des US-Militärs richteten sich die Angriffe gegen militärische Infrastruktur, die aus Sicht Washingtons den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus bedroht. Teheran reagierte mit Gegenangriffen auf US-nahe Militärstandorte in der Golfregion.

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran spitzt sich damit weiter zu. Das US-Regionalkommando CENTCOM erklärte, die Angriffe seien eine Reaktion auf iranische Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus. Bereits zuvor hatten die USA nach eigenen Angaben mehr als 80 Ziele getroffen. Darunter sollen Luftabwehrsysteme, Schiffsabwehrraketen und Boote der Revolutionsgarden gewesen sein.

Laut internationalen Medien fiel die neue Angriffswelle noch größer aus. Die Rede ist von rund 90 getroffenen Zielen im Iran. Betroffen gewesen sein sollen unter anderem militärische Anlagen, Hafenbereiche, Raketenstellungen und Infrastruktur entlang der iranischen Küste. Iranische Staatsmedien berichteten über Explosionen in mehreren Landesteilen, darunter in der Nähe von Bandar Abbas und Buschehr.

Iran schlägt zurück

Der Iran reagierte mit Angriffen auf Ziele in der Golfregion. In Kuwait, Bahrain und Katar wurden nach internationalen Berichten Warnsysteme aktiviert. Bahrain gilt als besonders sensibel, weil dort das Hauptquartier der 5. US-Flotte liegt. Zunächst gab es keine gesicherten Angaben über größere Schäden in den Golfstaaten.

Teheran wirft den USA vor, die jüngste Vereinbarung zur Deeskalation gebrochen zu haben. Washington wiederum macht den Iran für Angriffe auf Handelsschiffe verantwortlich. Damit steht ein ohnehin brüchiger Waffenstillstand erneut vor dem Scheitern.

US-Präsident Donald Trump erklärte am Rande des NATO-Gipfels in Ankara, die Vereinbarung mit dem Iran sei aus seiner Sicht „vorbei“. Gleichzeitig ließ er offen, ob es noch weitere Verhandlungen geben könne. Seine Botschaft war dennoch klar: Sollte der Iran weiter Schiffe angreifen, werde die US-Reaktion noch härter ausfallen.

Warum die Straße von Hormus so wichtig ist

Im Zentrum des Konflikts steht die Straße von Hormus. Die Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem offenen Meer. Sie gehört zu den wichtigsten Öl- und Gasrouten der Welt. Ein großer Teil der weltweiten Energieexporte aus der Golfregion läuft über diese Passage.

Genau deshalb hat jede Eskalation dort Folgen weit über den Nahen Osten hinaus. Schon die neuen Angriffe ließen die Ölpreise deutlich steigen. Brent-Öl kletterte laut Reuters auf rund 79 Dollar pro Barrel. Auch die europäischen Energiemärkte reagieren nervös, weil höhere Öl- und Gaspreise schnell auf Inflation, Transportkosten und Haushalte durchschlagen können.

Für Österreich bedeutet das nicht automatisch eine unmittelbare Versorgungskrise. Doch der Konflikt zeigt, wie eng regionale Kriege, Energiepreise und der Alltag in Europa miteinander verbunden sind. Wenn Tanker ihre Routen ändern, Versicherungen teurer werden und Märkte nervös reagieren, spüren das am Ende auch Konsumenten.

Gefährliche Dynamik

Besonders gefährlich ist die politische Dynamik. Beide Seiten sehen sich als Opfer der Gegenseite. Die USA sprechen von Vergeltung und dem Schutz der Schifffahrt. Der Iran spricht von Verteidigung und gebrochenen Zusagen. Genau diese gegenseitige Logik macht eine weitere Eskalation wahrscheinlicher.

Hinzu kommt die innenpolitische Lage im Iran. Nach Monaten des Krieges steht das Regime unter massivem Druck. Hardliner könnten an einer härteren Linie interessiert sein, während andere Kräfte weiter auf Verhandlungen setzen. Für die Region ist diese Unsicherheit hochriskant.

Die kommenden Stunden und Tage werden entscheidend sein. Bleibt es bei begrenzten Angriffen, könnte die Diplomatie zumindest formell weiterlaufen. Kommt es jedoch zu weiteren Attacken auf Schiffe oder US-Stützpunkte, droht eine neue Kriegsphase am Persischen Golf. Dann wäre nicht nur der Iran betroffen, sondern die gesamte Region – und indirekt auch Europa.

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KO KOSMO-Redaktion
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