Hitze, Technik, Unachtsamkeit – auf Österreichs Autobahnen brennt es häufiger als je zuvor. Die Zahlen alarmieren.
Die Asfinag hat am Freitag eindringlich auf die Gefahren hingewiesen, die mit steigenden Temperaturen auf Österreichs Autobahnen einhergehen. Die Zahl der Fahrzeugbrände ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen – als Ursachen nennt der Autobahnbetreiber neben der Hitze auch mangelnde Fahrzeugwartung sowie weitere Faktoren. Während im Jahr 2020 insgesamt 226 Fahrzeugbrände auf dem Asfinag-Netz registriert wurden, lag dieser Wert in den Jahren 2024 und 2025 bereits bei jeweils 300 Fällen. Laut Asfinag-Statistik waren dabei rund 90 Prozent der registrierten Fahrzeugbrände Pkw, während Lkw, Kleintransporter und andere Fahrzeugkategorien den deutlich kleineren Restanteil ausmachten.
Allein im ersten Halbjahr 2026 wurden bereits 151 Fahrzeugbrände erfasst – und die erfahrungsgemäß stärksten Monate stehen noch bevor. Wie aus den Vorjahresdaten hervorgeht, konzentrieren sich die meisten Brandereignisse auf Juli und August. Im Hochsommer ist laut Asfinag mit rund 20 brennenden Fahrzeugen pro Monat zu rechnen.
Häufige Brandursachen
Allein die Hitze ist dabei nur selten der ausschlaggebende Faktor. Zu den häufigsten hitzebedingten Brandursachen zählen laut Asfinag überhitzte Motoren sowie poröse Leitungen, aus denen Öl oder Kraftstoff austritt und sich leicht entzünden kann. Auch festsitzende Bremsen können unter hohen Temperaturen rasch überhitzen.
Darüber hinaus spielen technische Defekte eine Rolle – darunter beschädigte Radlager oder fehlendes Kühlmittel, elektrische beziehungsweise elektronische Mängel mit Kurzschlussgefahr sowie Reifenschäden oder zu geringer Reifendruck.
„Gerade deshalb ist es so wichtig, stets und vor allem vor langen Fahrten auch den Zustand des Fahrzeugs zu überprüfen“, appellierte Asfinag-Verkehrssicherheitsexperte Bernhard Lautner am Freitag. Man spare sich durch einen ausgiebigen Check böse Überraschungen während der Fahrt und im schlimmsten Fall sogar den Verlust des ganzen Fahrzeugs. „Besser eine Stunde für eine Überprüfung investieren als später auf dem Weg in den Urlaub mit einer Panne oder einem zerstörten Pkw liegen zu bleiben“, sagte der Asfinag-Experte.
Böschungsbrände steigen
Auch Brände abseits der Fahrbahn nehmen zu. Ein Teil davon geht auf die anhaltende Hitze zurück, ein weiterer Teil ist jedoch menschlichem Fehlverhalten zuzuschreiben. Achtlos aus dem Autofenster geworfene Zigarettenstummel können trockene Vegetation rasch entzünden.
Ebenso warnte die Asfinag vor Glasscherben, die bei direkter Sonneneinstrahlung als Zündquelle wirken können. Im vergangenen Jahr rückten Asfinag und Feuerwehren insgesamt 39 Mal zu derartigen Böschungsbränden aus, im laufenden Jahr waren es bereits 20 Einsätze.
In lediglich sieben Fällen war ein brennendes Fahrzeug der Auslöser für das Feuer in der Böschung.