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Epidemie

Schlimmster Ebola-Ausbruch aller Zeiten: 296 Tote in einer Woche

Schlimmster Ebola-Ausbruch aller Zeiten: 296 Tote in einer Woche
FOTO: EPA/DIEUDONNE DIROLE
3 Min. Lesezeit |

Ein Virus breitet sich aus, Rebellen blockieren Hilfe, und die Dunkelziffer wächst – der Kongo kämpft gegen eine Epidemie auf mehreren Fronten.

Trotz wochenlanger Bemühungen gelingt es der Weltgesundheitsorganisation nicht, den Ebola-Ausbruch in Zentralafrika einzudämmen. Der aktuelle Ausbruch hat inzwischen ein Ausmaß erreicht, das alle bisherigen Vorkommen im Land übertrifft. „Es ist eine erhebliche Ausweitung der Maßnahmen erforderlich, um den Ausbruch unter Kontrolle zu bekommen“, so die WHO.

Allein in der vergangenen Woche wurden mit 567 Neuinfektionen und 296 Todesfällen so viele Fälle registriert wie in keiner einzelnen Woche zuvor. Die Gesamtzahl der laborbestätigten Infektionen liegt laut WHO bei 3.605, darunter 1.587 Todesfälle. 651 Patienten überlebten die Erkrankung. Der bis dahin schwerste Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hatte sich zwischen 2018 und 2020 ereignet und 3.317 bestätigte Fälle umfasst.

Erschwerte Eindämmung

Einen Teil des Anstiegs führt die WHO auf eine verbesserte Überwachung und eine höhere Zahl an Labortests zurück. „Der Anstieg ist jedoch größtenteils auf die Ausbreitung des Ausbruchs zurückzuführen“, heißt es weiter. Derzeit werden lediglich bis zu 80 Prozent der Kontaktpersonen von Infizierten über drei Wochen hinweg beobachtet – Fachleute halten jedoch eine Abdeckung von mindestens 95 Prozent für notwendig.

Erschwerend wirken sich die angespannte Sicherheitslage mit aktiven Rebellenkonflikten, hunderttausende Vertriebene sowie ein tief verwurzeltes Misstrauen der lokalen Bevölkerung aus. Bei dem Erreger handelt es sich um die Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus, für die bislang kein zugelassener Impfstoff existiert. Derzeit läuft ein klinischer Test mit einem neu entwickelten Präparat.

Einem kürzlich publizierten Bericht zufolge begann der aktuelle Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo bereits im Jänner oder sogar noch früher. Die in der Fachzeitschrift „Science“ veröffentlichte Studie kommt zu dem Schluss, dass die Epidemie am Rand der Bergbaustadt Mongbwalu in der ostkongolesischen Provinz Ituri ihren Ursprung nahm. Ein Forscherteam identifizierte zwischen Mitte Jänner und dem 15. Mai, dem Datum der offiziellen Bekanntgabe, mehr als 500 Verdachtsfälle.

Früher Ursprung

Als Ausgangspunkt einer Übertragungskette gilt eine 50-jährige Frau, die am 25. Jänner verstarb. Für die Studie befragten die Wissenschafter unter anderem Ärzte, Überlebende und Bestatter und werteten Fotos sowie Notizen aus. Der Ausbruch ist mittlerweile der zweitgrößte jemals verzeichnete. Die Zahl der Fälle in der Demokratischen Republik Kongo erreichte 3.532. Nur die Epidemie in Westafrika von 2014 bis 2016 war größer.

Fachleute gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Erkrankten die offiziell bestätigten Fälle bei weitem übersteigt. Viele Betroffene gelangen nie in ein Behandlungszentrum, und Angehörige deuten Todesfälle häufig als Folge anderer Erkrankungen. Besonders kritisch sind Beerdigungen: Da Verstorbene noch über den Tod hinaus hochansteckend sind, können sich Familienmitglieder beim Waschen der Leichname leicht infizieren.

Hilfsorganisationen bieten Familien mit Schutzanzügen und anderen Vorkehrungen sichere und würdevolle Beerdigungen an.

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KO KOSMO-Redaktion
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