Blaualgen stoppen den Badespaß: Am Prameter Badesee gilt ab sofort ein behördliches Badeverbot – ohne absehbares Ende.
Wer in den nächsten Tagen einen Ausflug an den Prameter Badesee geplant hatte, muss umdisponieren. Die Bezirkshauptmannschaft Ried im Innkreis hat ein behördliches Badeverbot verhängt, nachdem eine Wasseranalyse einen Blaualgenbefall im See nachgewiesen hat. Das Baden ist damit bis auf Weiteres nicht gestattet.
Behördliche Maßnahmen
Anlass für die Maßnahme war eine aktuelle Untersuchung der Wasserqualität, die den Blaualgenbefall bestätigte. Die Bezirkshauptmannschaft Ried im Innkreis reagierte umgehend, um Badegäste vor potenziellen gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu bewahren. Bürgermeister Eduard Seib verschaffte sich persönlich einen Überblick über die Lage. Am Badesee wurden Hinweistafeln aufgestellt, die Besucher auf das geltende Verbot aufmerksam machen.
Trotz ihres irreführenden Namens handelt es sich bei Blaualgen nicht um Algen, sondern um Bakterien. Bei warmen Temperaturen und entsprechenden Bedingungen können sie sich im Wasser rasch und massiv vermehren. Bestimmte Arten produzieren dabei Substanzen, die Hautreizungen und weitere gesundheitliche Beschwerden auslösen können. Das Verschlucken von belastetem Wasser kann neben Haut- und Schleimhautreizungen auch Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sowie Augenreizungen und Bindehautentzündungen auslösen. Das österreichische Umweltbundesamt empfiehlt zum Schutz von Badenden ab einer Blaualgen-Chlorophyll-Konzentration von 15 Mikrogramm pro Liter Vorsorgemaßnahmen wie Warnhinweise zu ergreifen und ab 75 Mikrogramm pro Liter Badeverbote auszusprechen.
Gefährdete Gruppen
Als besonders gefährdet gelten vor allem Kinder und Haustiere. Behörden empfehlen daher ausdrücklich, das Badeverbot strikt zu respektieren. Gemeinde und Behörden beobachten die Entwicklung der Wasserqualität aufmerksam und lassen regelmäßige Kontrollen durchführen.
Ob und wann der Prameter Badesee wieder für Badegäste zugänglich sein wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzen. Nach Angaben der Gemeinde werden fortlaufend Wasserproben entnommen und ausgewertet. Eine Aufhebung des Badeverbots ist erst dann möglich, wenn die Analysen belegen, dass keine gesundheitliche Gefährdung mehr vorliegt.
Einen konkreten Termin dafür nennt die Gemeinde derzeit nicht.