400 tote Schweine, ein überforderter Bauer und ein Hof, der nun unter Behördenaufsicht steht – der Fall erschüttert den Bezirk St. Pölten.
Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im Bezirk St. Pölten, den der Bauer offenbar allein bewirtschaftete, dürften die Tiere über einen längeren Zeitraum ohne Futter geblieben sein. Am 24. Juli wandten sich Nachbarn mit Beschwerden über Verwesungsgeruch an die Behörden, woraufhin Polizei und Amtstierärztin gemeinsam zu dem Hof ausrückten.
Vor Ort stießen sie auf rund 400 tote oder bereits in Verwesung übergegangene Schweine, wie Polizeisprecher Johann Baumschlager mitteilte. 88 Tiere hatten überlebt und wurden auf Betriebe in der Umgebung verteilt.
Psychischer Ausnahmezustand
Dem Landwirt wird ein psychischer Ausnahmezustand attestiert; er soll mit der Versorgung der Tiere schlicht überfordert gewesen sein. Ob weitere Schweine verendet sind, war laut Baumschlager noch Gegenstand laufender Erhebungen.
Anzeige & Sperre
Wie der Polizeisprecher am Dienstag auf Anfrage bestätigte, wird der Mann wegen des Verdachts der Tierquälerei bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten angezeigt. Der Betrieb ist behördlich gesperrt.
Die Bezirkshauptmannschaft St. Pölten prüft darüber hinaus weitergehende Maßnahmen, darunter ein mögliches Tierhalteverbot.