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Luxusfalle

1,8 Millionen weg: Wiener Amateurkicker im Betrugsverdacht

1,8 Millionen weg: Wiener Amateurkicker im Betrugsverdacht
Symbolbild Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Chanel-Taschen, Amalfiküste, Luxusdinners – und am Ende: 1,8 Millionen Euro weg. Ein Wiener Amateurfußballer im Visier der Justiz.

Ein 27-jähriger Amateurfußballer aus dem Wiener Unterhaus hat sich offenbar auf einem ganz anderen Spielfeld versucht – und dabei krachend versagt. Zu Beginn des Jänners erstattete der Kicker Selbstanzeige wegen schweren Betrugs: Mehr als 1,8 Millionen Euro sollen verschwunden sein, mindestens vierzig Anleger wurden geschädigt. Zu den Geschädigten zählen Anwälte, Ärzte, Immobilienmakler, Mode-Influencer sowie Sportler aus dem gehobenen Wiener Gesellschaftskreis, die dem Mann teils beträchtliche Summen übergeben hatten, in der Erwartung, er würde das Kapital für sie ertragreich veranlagen. Stattdessen soll der Verdächtige das Geld nach Angaben seines Anwalts vollständig bei Sportwetten verloren haben – ein Umstand, der laut Selbstanzeige jedoch ausdrücklich „nicht als Rechtfertigung“ gelten soll.

Für schweren Betrug nach § 147 des österreichischen Strafgesetzbuches mit einem Schaden von über 300.000 Euro sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren vor.

Gefälschte Depots

Besonders schwerwiegend: Die Opfer wurden mit gefälschten Grafiken über angebliche Depotentwicklungen in die Irre geführt, obwohl solche Depots zu keinem Zeitpunkt existierten. Sämtliche eingegangenen Gelder wurden auf Kryptowährungskonten transferiert. Aus der Selbstanzeige geht hervor, dass insgesamt 2,1 Millionen Euro eingingen, davon jedoch nur 265.000 Euro an die Anleger zurückflossen. Ob der verbleibende Betrag tatsächlich durch Wetten verloren ging, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Die tatsächliche Schadenssumme könnte noch deutlich höher ausfallen: Aus Scham haben vermutlich längst nicht alle Betroffenen ihre Verluste gemeldet – dies ist nun bei der Staatsanwaltschaft Wien möglich. Der Beschuldigte befindet sich derzeit auf freiem Fuß; die Unschuldsvermutung gilt.

Planvolles Vorgehen

Der Wiener, der nach vorliegenden Informationen auch einen algerischen Pass besitzen soll, ging bei seinem Vorgehen planvoll vor. Ab dem Jahr 2023 begann er nach eigenen Angaben damit, aus seinem unmittelbaren Umfeld unter dem Deckmantel von Finanzberatung Geld einzusammeln. Später richtete er seinen Fokus auf die Wiener Gesellschaft und warb mit hohen Renditeversprechen.

In exklusiven Restaurants beschenkte er Frauen mit Chanel-Handtaschen, lud Männergruppen zu aufwendigen Abendessen ein und nutzte diese Begegnungen gezielt für seine Zwecke. Dabei präsentierte der auffällig gelockte Mann entweder fiktive Unternehmen mit Standorten in Frankfurt am Main und Abu Dhabi oder lockte potenzielle Opfer mit Luxuseinladungen – darunter ein Bootsausflug an die Amalfiküste. Wie sich später herausstellte, finanzierten die gutgläubigen Gäste diese Aufwendungen durch ihre eigenen vermeintlichen Investments selbst.

Als der Druck durch Forderungen nach Auszahlungen zunahm, soll der Verdächtige laut Informationen von „Heute“ nach Algerien ausgereist sein.

Die Staatsanwaltschaft Wien hat die Ermittlungen aufgenommen.

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KO KOSMO-Redaktion
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