Wien stellt seinen Nahverkehr auf den Kopf – und das für mehr als zwei Jahre. Wer täglich pendelt, muss sich neu orientieren.
Ab Montag ist die S-Bahn-Stammstrecke zwischen Wien Hauptbahnhof und Wien Praterstern offiziell außer Betrieb. Um die Auswirkungen auf den täglichen Pendelverkehr so gering wie möglich zu halten, wurden umfangreiche Maßnahmen im öffentlichen Nahverkehr eingeleitet.
Die ÖBB sperren die Strecke wegen umfassender Bauarbeiten – die Arbeiten dauern bis Ende Oktober 2027.
Verdichtete U-Bahn-Takte
Die Wiener Linien haben auf die Streckensperrung mit einer deutlichen Verdichtung der U-Bahn-Intervalle reagiert. Die U1 verkehrt künftig im 2-Minuten-20-Sekunden-Takt, die U2 im 3-Minuten-20-Sekunden-Takt. Auf der U6 sorgt laut Wiener Linien ein zusätzlicher Reservezug in der Morgenspitze für mehr Stabilität. Auch im Straßenbahnnetz gibt es Anpassungen: Die Linie O fährt im 5-Minuten-Takt, die Linie 62 erhält eine angepasste Routenführung, und die Linie 18 wird auf einer verlängerten Strecke bis zum Stadion im 6-Minuten-Intervall betrieben.
Neues Busnetz
Auch das Busnetz wurde neu strukturiert. Der 77A übernimmt ab der Schlachthausgasse die bisherige Strecke des 80A. Darüber hinaus wurden für die Linien 2A, 3A und 57A neue Routenkonzepte eingeführt. Auf der Ostautobahn A4 erhalten Busse bei Stau die Möglichkeit, auf den Pannenstreifen auszuweichen, um Fahrzeitverluste zu minimieren.
Die Badner Bahn nimmt ab Montag ihren Betrieb bis zur Wiener Oper wieder auf, zudem wird der Streckenabschnitt zwischen Wien Praterstern und Wien-Floridsdorf erneut in Betrieb genommen. Für die Bevölkerung Wiens – darunter viele Angehörige der BKS-Diaspora (bosnisch-kroatisch-serbischsprachige Gemeinschaft) – bedeutet die Umstellung eine Neuorganisation der täglichen Pendelwege, die voraussichtlich bis Oktober 2027 andauern wird.