Mehr Arbeitslose, wachsende Lohnlücke – Österreichs Frauen stehen am Arbeitsmarkt unter doppeltem Druck.
Ende September 2026 ist die Zahl der Arbeitslosen in Österreich um 7.400 Personen gestiegen – auf insgesamt 306.600. Die Arbeitslosenquote liegt damit bei 7,1 Prozent. Rechnet man Arbeitsmarktservice-Schulungsteilnehmende hinzu, ergibt sich eine Gesamtzahl von 381.200 betroffenen Personen.
Im Jahresdurchschnitt 2025 lag die nationale Arbeitslosenquote in Österreich bei 7,4 Prozent und damit um 0,4 Prozentpunkte über dem Wert von 2024.
Besonders deutlich fällt der Anstieg bei Frauen aus: Ihre Arbeitslosigkeit wuchs um 6,0 Prozent, während sie bei Männern leicht um 0,6 Prozent zurückging.
Frauen besonders betroffen
Arbeits und Sozialministerin Korinna Schumann weist auf die spezifische Lage von Frauen am Arbeitsmarkt hin: „Frauen sind von der derzeitigen Zunahme der Arbeitslosigkeit stärker betroffen.“ Gleichzeitig hat die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen mit 104.101 Personen einen neuen Stand erreicht – ein Zuwachs von 11,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Schumann unterstreicht dabei die grundlegende Notwendigkeit struktureller Verbesserungen: „Frauen brauchen gute Beschäftigungschancen und eine eigenständige finanzielle Absicherung. Dazu gehört vor allem eine faire Bezahlung.“
Lohnschere bleibt offen
Neben der Beschäftigungssituation bleibt auch die Lohnschere zwischen Frauen und Männern ein ungelöstes Problem. Der Gender Pay Gap beträgt in Österreich laut Eurostat-Daten 17,6 Prozent – deutlich über dem EU-weiten Durchschnitt von 11,1 Prozent.
Anlässlich des internationalen Equal Pay Day fordert Schumann von den Koalitionspartnern eine rasche Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie zur Lohntransparenz: „Die EU-Richtlinie steht im Regierungsprogramm und ist umzusetzen, damit Frauen endlich die gleichen Chancen haben wie Männer, und zwar in allen Bereichen.“