Ein Mord erschüttert den bulgarischen Fußball: Iliyan Filipov, Präsident und Mehrheitseigentümer des Traditionsklubs Botev Plovdiv, wurde erschossen. Nur wenige Stunden später nahm die Polizei einen Verdächtigen fest.
Der bulgarische Unternehmer und Fußballboss Iliyan Filipov ist in Plovdiv erschossen worden. Der Präsident und Mehrheitseigentümer des Erstligisten Botev Plovdiv wurde in der Nacht auf Mittwoch auf einem Grundstück in der zweitgrößten Stadt Bulgariens getötet. Medienberichten zufolge wurde Filipov von einem Schuss in den Kopf getroffen.
Der Notruf ging gegen 1 Uhr nachts bei den Behörden ein. Polizei und Staatsanwaltschaft rückten daraufhin mit einem Großaufgebot aus und sperrten den Tatort weiträumig ab. Auch wichtige Ein- und Ausfahrten von Plovdiv wurden kontrolliert, während die Fahndung nach dem Täter lief.
Verdächtiger in Sofia festgenommen
Bereits am Mittwochabend kam es in der bulgarischen Hauptstadt Sofia zu einer Festnahme. Bei dem Verdächtigen handelt es sich nach Angaben des bulgarischen Staatssenders BNT um den 51-jährigen Slavcho Magerov. Der Mann wurde anschließend unter verstärktem Polizeischutz nach Plovdiv gebracht.
Dort laufen nun weitere Ermittlungsmaßnahmen. Ob gegen den 51-Jährigen bereits formell Anklage erhoben wurde, war am Donnerstag zunächst noch nicht offiziell bekannt. Die Ermittler versuchen insbesondere zu klären, welches Motiv hinter der Tötung steckt und ob weitere Personen beteiligt waren.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen vorsätzlicher Tötung. Bezirksstaatsanwältin Vanya Hristeva erklärte, dass sämtliche möglichen Ermittlungsrichtungen geprüft würden. Hinweise darauf, dass Filipov vor der Tat konkrete Morddrohungen erhalten hatte, waren zunächst nicht bekannt.
Einer der mächtigsten Männer bei Botev Plovdiv
Filipov war nicht nur im Fußball eine bekannte Persönlichkeit. Er gründete und leitete das große bulgarische Transport- und Logistikunternehmen PIMK, das später auch im Baugeschäft tätig wurde. Im Fußball galt er als einer der entscheidenden Männer hinter Botev Plovdiv.
Im Sommer 2025 übernahm Filipov die Mehrheit am Klub und half dabei, Botev vor erheblichen finanziellen Problemen zu bewahren. Nach Angaben des Vereins wurden dabei Schulden in Millionenhöhe beglichen. Auch mit dem Wiederaufbau des Hristo-Botev-Stadions war sein Name eng verbunden.
Klub trauert um seinen Präsidenten
Botev Plovdiv reagierte tief betroffen auf den gewaltsamen Tod seines Präsidenten. Der Verein erinnerte insbesondere an Filipovs Rolle bei der Rettung des Klubs und an seine Leidenschaft für die traditionellen gelb-schwarzen Vereinsfarben.
Botev Plovdiv gehört zu den traditionsreichsten Vereinen Bulgariens und wurde unter anderem 1929 und 1967 bulgarischer Meister. Der Mord an einem der wichtigsten Männer des Vereins sorgt deshalb weit über Plovdiv hinaus für Entsetzen.
Während der Klub und seine Fans trauern, konzentrieren sich die Ermittlungen nun auf den festgenommenen Verdächtigen und die Frage, warum Iliyan Filipov sterben musste.