Polen rüstet auf – und setzt dabei auf Technologie, die über Leben und Tod entscheiden kann.
Polen treibt den Aufbau seiner Panzertruppe mit beachtlichem Tempo voran und strebt eine Gesamtstärke von über 1000 Kampffahrzeugen an. Derzeit verfügt das Land über 233 Abrams-Panzer, eine Zahl, die bis zum Jahresende auf 366 anwachsen soll. Davon sind die 116 älteren Exemplare des Typs M1A1FEP bereits vollständig geliefert, während von den 250 bestellten M1A2 SEPv3 bislang 117 Einheiten in Polen eingetroffen sind.
Hinzu kommen 208 südkoreanische K2GF-Panzer, wobei der Ausbau auf insgesamt 296 Fahrzeuge dieses Modells geplant ist.
Schutz im Fokus
Militärexperten sehen in aktiven Schutzsystemen – kurz APS – eine unverzichtbare Voraussetzung für den Einsatz moderner Kampfpanzer. Stas Aideman, israelischer Oberst und Manager beim Rüstungsunternehmen Rafael, formuliert es unmissverständlich: „Wenn ein Panzer kein aktives Schutzsystem hat, überlebt er auf dem modernen Gefechtsfeld nicht einmal eine Stunde. Die Ukraine hat das deutlich gezeigt.“
Stanisław Koziej, ehemaliger Chef des polnischen Nationalen Sicherheitsbüros, zieht einen einprägsamen Vergleich: Ein Panzer ohne aktive Schutztechnik sei heute so gefährdet wie ein Infanterist ohne kugelsichere Weste.
Trophy-Kooperation
Für die künftige K2PL-Variante, eine an polnische Anforderungen angepasste Weiterentwicklung des südkoreanischen Modells, ist das israelische Trophy APS vorgesehen. Die entsprechende Kooperation zwischen Polen und Rafael wurde auf der Rüstungsmesse MSPO in Kielce öffentlich gemacht. Ein Vertreter des Unternehmens erklärte dabei: „Das ist ein System, das Leben rettet.“
Die technische Integration solcher Systeme bleibt für Polen dennoch eine anspruchsvolle Aufgabe.