Lange Beziehungen, vertraute Rituale – und plötzlich fehlt der Funke. Eine Expertin erklärt, was dahintersteckt.
Vielen Paaren, die schon lange zusammen sind, ist ein vertrautes Phänomen bekannt: Was einst aufregend war, wird mit der Zeit zur Gewohnheit. Die Psychosexualtherapeutin Kate Moyle erklärt, warum das so ist – und was sich dagegen tun lässt.
Das intime Leben in langen Beziehungen tendiert dazu, sich in feste Muster einzuschleifen. Abläufe werden vorhersehbar, die Aufregung lässt nach. Moyle empfiehlt, bewusst kleine Veränderungen einzuführen und bestehende Gewohnheiten gezielt zu hinterfragen. Schon geringfügige Anpassungen können dazu beitragen, das Liebesleben wieder mit frischer Energie zu beleben.
Dopamins Rolle
Hinter diesem Phänomen steckt auch eine neurobiologische Erklärung: Beim Sex schüttet das Gehirn Dopamin aus, einen Botenstoff, der Gefühle der Befriedigung und Belohnung auslöst. Wiederholen sich jedoch dieselben Reize immer wieder, stumpft die Reaktion darauf ab.
„Das Routineverhalten setzt ein, wenn unser Gehirn darauf ausgerichtet ist, genau jenem guten Gefühl nachzujagen, das uns das Dopamin beim Sex beschert“, so Moyle.
Was im Alltag als nützlicher Automatismus funktioniert, kann im Liebesleben zur Quelle von Langeweile werden.
Offenes Gespräch
Als wirksamstes Gegenmittel nennt die Therapeutin eines, das viele scheuen: das offene Gespräch. Paare sollten lernen, über ihre Wünsche und Bedürfnisse zu sprechen – ohne dass solche Unterhaltungen als Kritik am Partner aufgefasst werden.
Entscheidend dabei ist, dass sich beide Seiten respektiert fühlen und wissen, dass ein „Nein“ jederzeit möglich und akzeptiert ist. Neues auszuprobieren erfordert Mut – doch genau dieser Mut, so Moyle, ist es, der eine Beziehung lebendig hält.