Falsche Polizisten, erfundene Notlagen, echte Verluste: In Wien stehen jetzt Mitglieder einer Betrugsmasche vor Gericht.
Vor dem Wiener Landesgericht hat dieser Tage der Prozess gegen mehrere mutmaßliche Mitglieder eines organisierten Betrugsnetzwerks begonnen. Die Angeklagten sollen im vergangenen Frühjahr gezielt ältere Menschen um insgesamt rund 500.000 Euro gebracht haben.
Polizei- und Neffentrick
Im Mittelpunkt der Anklage steht die Anwendung des sogenannten Polizei- und Neffentricks. Die Täter gaben sich dabei gegenüber ihren Opfern als Verwandte oder Polizeibeamte aus und täuschten vor, dass ein naher Angehöriger dringend finanzielle Hilfe benötige. Auf diese Weise gelangten sie an Golddukaten, Silberschmuck und Bargeld.
Während die ausführenden Personen unmittelbar vor Ort handelten, soll die koordinierende Struktur hinter dem Netzwerk ihren Sitz in der Türkei haben.
Polizeiliche Warnhinweise
Die Wiener Polizei weist in diesem Zusammenhang erneut auf die Gefahr derartiger Betrugsmaschen hin. Wer einen Anruf von einer unbekannten Nummer erhält, sollte äußerste Vorsicht walten lassen, keine persönlichen Daten preisgeben und im Zweifel einfach auflegen. Fremde Personen sollten unter keinen Umständen in die eigene Wohnung eingelassen werden.
Wer einen verdächtigen Anruf erhält, kann sich unter der Nummer +43 59 133 direkt mit der Polizei verbinden lassen. Bestehen Zweifel daran, ob ein angeblicher Polizist tatsächlich dem Sicherheitsapparat angehört, empfiehlt sich ein Anruf über den Polizeinotruf 133. Darüber hinaus raten die Behörden dazu, in solchen Fällen auch Bankangestellte zu informieren, da diese häufig frühzeitig auf verdächtige Vorgänge aufmerksam werden können.