Ein tödlicher Unfall, ein Bundesliga-Profi am Steuer – jetzt hat die Staatsanwaltschaft Graz eine klare Entscheidung getroffen.
Im Frühjahr kam es in der Grazer Innenstadt zu einem Unfall mit tödlichem Ausgang. Ein 77-jähriger Radfahrer kollidierte in der Grazbachgasse mit einem Pkw, dessen Lenker ein Bundesliga-Fußballer war. Der Radfahrer, der aus der Friedrichgasse herangefahren war, erlag später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.
Die Grazer Staatsanwaltschaft leitete daraufhin Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen den Fahrer ein.
Verfahren eingestellt
Im Zuge der Ermittlungen beauftragte die Staatsanwaltschaft ein Kfz-Gutachten zur Rekonstruktion des Unfallhergangs. Das Ergebnis fiel eindeutig zugunsten des Fahrers aus. Staatsanwaltschaftssprecher Christian Kroschl erklärte: „Für den beschuldigten Autofahrer ist die Kollision durch eine Bremsung nicht mehr vermeidbar gewesen.“
Auf Grundlage dieses Befunds wurde das Verfahren beendet. „Das Verfahren gegen den beschuldigten Autofahrer wurde eingestellt, weil ein Mitverschulden am Unfall nicht festgestellt werden konnte“, so Kroschl.
Mediale Aufmerksamkeit
Der Fall zog mediale Aufmerksamkeit auf sich, weil ein bekannter Profisportler in den Vorfall verwickelt war. Wie die „Kleine Zeitung“ berichtete, war die Ampel für den Autofahrer zum Unfallzeitpunkt grün, und es lagen keine Hinweise auf ein Fehlverhalten seinerseits vor.
Der Sachverständige stellte zudem eine Vorrangverletzung durch den Radfahrer fest.