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Ermittlungen

Ehemaliger Geheimdienstchef wegen Spionageverdachts festgenommen

Ehemaliger Geheimdienstchef wegen Spionageverdachts festgenommen
FOTO: EPA
2 Min. Lesezeit |

Ein ehemaliger BND-Chef unter Spionageverdacht – der Fall erschüttert die deutsche Geheimdienstwelt bis ins Mark.

August Hanning, der von 1998 bis 2005 an der Spitze des Bundesnachrichtendienstes stand, ist wegen des Verdachts auf Spionage festgenommen worden. Die Ermittlungen richten sich gegen den ehemaligen Geheimdienstchef im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Kauf und Weiterverkauf geheimer Informationen.

Hanning wurde von Beamten des Bundeskriminalamts in seinem Wohnsitz in Nordwalde festgenommen. Gleichzeitig nahmen die Behörden in Bayern seinen früheren Büroleiter Manfred D. in Gewahrsam. Die Ermittlungen liegen in den Händen des Generalbundesanwalts und umfassen den Verdacht des Ausspähens von Staatsgeheimnissen sowie der Spionage zugunsten einer fremden Macht.

Block-Affäre als Auslöser

Der Fall steht in unmittelbarem Zusammenhang mit einem bereits laufenden Verfahren rund um die Hamburger Unternehmerin Christina Block, die in eine Entführungsaffäre verwickelt ist. Bei den Ermittlungen zum Entführungsfall stießen die Ermittler auf geheime BND-Unterlagen beziehungsweise Hinweise auf den Abfluss von BND-Informationen. Im Zuge dieser Erkenntnisse verdichtete sich der Verdacht, dass vertrauliche Informationen aus dem BND nach außen gelangt und möglicherweise an einen ausländischen Staat weitergeleitet worden sein könnten. Hanning soll in der Vergangenheit weltweit Beratungsleistungen angeboten haben, darunter auch Aktivitäten mit Bezug zu Russland und China.

Finanzielle Engpässe

Zu den Hintergründen zählen auch finanzielle Engpässe, mit denen Hanning in den vergangenen Jahren konfrontiert war. Seine Pension wurde gepfändet, was mit seiner früheren Tätigkeit als Aufsichtsrat einer baltischen Bank in Verbindung gebracht wird, die in die Insolvenz geraten war. Die Ermittler prüfen nun, ob diese wirtschaftliche Notlage in einem Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Verkauf geheimer Informationen steht.

Hannings internationales Netzwerk, das Kontakte bis in staatliche Strukturen Russlands und Chinas umfassen soll, steht dabei im Zentrum der Untersuchungen.

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KO KOSMO-Redaktion
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