Gemeinsam laufen, besser reden – eine neue Studie liefert überraschend klare Zahlen darüber, was Paare wirklich zusammenhält.
Wer gemeinsam schwitzt, streitet seltener – das legt zumindest eine aktuelle Studie der Brigham Young University in Provo, Utah, nahe. Demnach berichten Ehepaare, die regelmäßig gemeinsam Sport treiben, von deutlich besserer Kommunikation, wirkungsvollerer Konfliktlösung und insgesamt weniger Stress in der Beziehung. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachjournal „Family Relations“ veröffentlicht.
Für die Untersuchung wurden knapp 1.700 frisch verheiratete Paare in den USA befragt. Geleitet wurde das Projekt von Jeremy Yorgason, Professor an der School of Family Life der Brigham Young University, gemeinsam mit seiner Ko-Autorin Ashlyn Hiatt Mildenhall. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob es einen Unterschied macht, ob Partner getrennt oder gemeinsam aktiv sind – und die Antwort fiel eindeutig aus: Gemeinsame Bewegung schnitt in allen gemessenen Beziehungsdimensionen besser ab als individuelles Training.
Gemeinsam aktiv
Rund 60 Prozent der Befragten gaben zwar an, regelmäßig Sport zu treiben – doch nur etwa ein Drittel davon tat dies mit dem Partner oder der Partnerin. Dabei zeigte sich: Wer zusammen trainiert, hört dem anderen besser zu und fühlt sich stärker unterstützt. „Von allen drei untersuchten Ergebnissen hatte Bewegung den größten Einfluss auf die Kommunikation“, erklärte Mildenhall.
Yorgason ergänzte: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass gemeinsame Bewegung auf kleine, aber durchaus spürbare Weise die Fähigkeit fördert, Konflikte friedlich zu lösen.“ Als häufigste gemeinsame Aktivität nannten die Befragten übrigens das schlichte Spazierengehen – kein Fitnessstudio, keine teure Ausrüstung notwendig. Die Forscher erklären den Effekt damit, dass Bewegung ganz natürlich Gesprächsgelegenheiten schafft.
Niederschwellige Gewohnheit
Ein Wundermittel gegen alle Beziehungsprobleme ist gemeinsamer Sport freilich nicht – das betonen die Studienautorinnen und -autoren ausdrücklich. Dennoch sei es eine niederschwellige Gewohnheit, die sich mit wenig Aufwand in den Alltag integrieren lässt. Besonders Paare mit Kindern sollten sich bewusst Zeit dafür nehmen – denn gerade im Familientrubel bleibt das Miteinander oft auf der Strecke.