Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Ausbildungskrise

Lehrstellen-Krise in Wien: 5.440 suchen – nur 496 Stellen sind frei

Lehrstellen-Krise in Wien: 5.440 suchen – nur 496 Stellen sind frei
Symbolbild Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Wien, September: 5.440 Jugendliche suchen einen Ausbildungsplatz – nur 496 sind frei. Der Lehrstellenmarkt gerät aus dem Gleichgewicht.

Die Zahl der Lehrlinge in Österreich geht weiter zurück – ein Trend, der sich laut Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) durch alle Branchen zieht, in der Industrie jedoch besonders ausgeprägt ist. Als Ausweichlösung gewinnt die überbetriebliche Lehrausbildung an Bedeutung, weil vor allem im Osten des Landes nicht genügend betriebliche Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen. Diese Entwicklung belastet zunehmend die öffentlichen Haushalte.

Wiener Lehrstellenkrise

Besonders angespannt ist die Lage in Wien: Dort stehen derzeit 5.163 mehr Jugendliche auf Lehrstellensuche, als offene Plätze vorhanden sind. Allein Anfang September waren 5.440 junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz – dem standen lediglich 496 freie Stellen gegenüber. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist die Zahl der verfügbaren Lehrstellen in der Bundeshauptstadt um 37,8 Prozent eingebrochen.

Ein gegensätzliches Bild zeigt sich in Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Kärnten: Dort übersteigt das Angebot an Lehrstellen die Nachfrage um insgesamt 3.800 Plätze.

Hohe Folgekosten

Der wachsende Rückgriff auf die überbetriebliche Lehrausbildung hat jedoch seinen Preis. Pro Lehrling und Jahr entstehen der öffentlichen Hand dabei Kosten von rund 23.000 Euro – das entspricht dem Dreifachen jener Ausgaben, die bei einer Ausbildung im Betrieb anfallen. AMS-Wien-Chef Winfried Göschl bringt die Lage auf den Punkt: „Für junge Menschen ist es schwer geworden, eine Lehrstelle auf dem ersten Lehrstellenmarkt zu finden.“

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen