Die USA planen, die Hinrichtung des Fort-Hood-Attentäters Nidal Hasan live zu übertragen. Es wäre die erste US-Militärhinrichtung seit mehr als 65 Jahren – doch der Termin könnte noch verschoben werden.
Der ehemalige Militärpsychiater Nidal Hasan soll am 3. Dezember 2026 um 13 Uhr Ortszeit auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas durch ein Erschießungskommando hingerichtet werden. Das teilte die US-Armee mit. Präsident Donald Trump hatte die Todesstrafe am 2. Oktober genehmigt.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält der Fall durch die geplante öffentliche Übertragung. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte in einem Interview mit Real America’s Voice, die Öffentlichkeit solle die Hinrichtung verfolgen können. Anschließend bestätigte das Pentagon gegenüber Medien, dass ein Livestream vorgesehen ist. Auf welcher Plattform und unter welchen Bedingungen die Übertragung zugänglich sein soll, ist bisher nicht bekannt.
Angriff in Fort Hood
Hasan hatte am 5. November 2009 auf dem Stützpunkt 13 Menschen getötet und 32 weitere verletzt. Der damalige Army-Psychiater eröffnete in einem medizinischen Gebäude das Feuer, in dem Soldatinnen und Soldaten auf Untersuchungen zur Vorbereitung auf ihren Einsatz warteten.
Ein US-Militärgericht verurteilte ihn im August 2013 zum Tod. Der Oberste Gerichtshof der USA lehnte im März 2025 seinen Antrag auf Überprüfung der Verurteilung ab. Mit Trumps Genehmigung und der anschließenden Festlegung des Termins wurde die Vollstreckung nun konkret vorbereitet.
Termin bleibt offen
Trotz der Ankündigung steht noch nicht endgültig fest, ob Hasan am 3. Dezember hingerichtet wird. Er könnte vor einem zivilen Bundesgericht einen sogenannten Habeas-Corpus-Antrag zur Überprüfung der Rechtmäßigkeit seiner Haft stellen. Weitere gerichtliche Verfahren könnten die Vollstreckung erheblich verzögern.
Sollte die Hinrichtung stattfinden, wäre sie die erste des US-Militärs seit dem 13. April 1961. Damals wurde der Soldat John A. Bennett in Fort Leavenworth im US-Bundesstaat Kansas wegen Vergewaltigung und versuchten Mordes durch Erhängen hingerichtet.
Umstrittene Übertragung
Die angekündigte Liveübertragung wirft zusätzliche rechtliche und gesellschaftliche Fragen auf. Fachleute äußerten gegenüber der Nachrichtenagentur AP unterschiedliche Einschätzungen: Während manche darin eine Möglichkeit für mehr Transparenz sehen, warnen andere vor einer Inszenierung der Hinrichtung und stellen Fragen zur Würde des Verurteilten sowie zum Zugang zur Übertragung.
Die Diskussion fällt in eine Zeit, in der auch andere Vollstreckungsmethoden unter Kritik stehen. In Tennessee scheiterte am 30. September 2026 der Versuch, die zum Tod verurteilte Christa Pike mittels Giftspritze hinzurichten. Sie überlebte und wurde in ein Spital gebracht.
Am 7. Oktober ordnete ein Gericht an, Beweismittel zu diesem Hinrichtungsversuch zu sichern. Der Fall betrifft eine andere Vollstreckungsmethode als jene, die für Hasan vorgesehen ist, verschärft aber die Debatte über die Durchführung der Todesstrafe in den USA.