Ein internes Meeting sollte Klarheit bringen – stattdessen eskalierte es: Die SPÖ-Basis macht gegen Babler mobil.
Innerhalb der SPÖ brodelt es: Bei einer internen Zoom-Konferenz, zu der Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim Funktionäre eingeladen hatte, um offene Fragen zum Parteiumbau zu klären, entlud sich massiver Unmut gegenüber Parteivorsitzendem Andreas Babler. Anstatt einer geordneten Aussprache über die künftige Parteistruktur eskalierten die Diskussionen rasch – Babler wurde von mehreren Teilnehmern scharf angegriffen und sein sofortiger Rücktritt gefordert.
Bablers Rücktritt gefordert
Konkret wurde Babler in der Runde als „rücktrittsreif“ bezeichnet, ein Funktionär merkte an, seine Bürgerdialoge verliefen durchwegs negativ. Parallel dazu beschlossen die Teilnehmer einstimmig, Philip Kucher und Eva-Maria Holzleitner als geschäftsführende Parteichefs einzusetzen, die die Parteiführung bis zum nächsten Bundesparteitag übernehmen sollen. Babler selbst verbleibt vorerst im Amt des Vizekanzlers – dieser Posten soll planmäßig 2027 an Markus Marterbauer übergehen.
Kritik an Kommunikation
Neben der Personalfrage stand auch die Kommunikationsstrategie der Partei im Feuer. Die Kritik, es werde „alles schön geredet“, brachte die allgemeine Unzufriedenheit in der Basis auf den Punkt. Zudem wurden Bedenken laut, was geschehen solle, falls Marterbauer den Parteivorsitz letztlich nicht antreten wolle – ein konkreter Plan B blieb die Führung schuldig.
Erschwerend kam hinzu, dass kritische Wortmeldungen in der Konferenz nur schriftlich zugelassen wurden, was offene Debatten von vornherein verhinderte. Hinter den Kulissen wird unterdessen bereits an einer neuen Aufgabe für Babler gearbeitet, die seinen Abgang aus der Regierung politisch abfedern soll.