Österreich sagt Ja – aber nicht bedingungslos. Die geplante Übernahme von MediaMarkt-Mutter Ceconomy durch JD.com bekommt einen Haken.
Das österreichische Wirtschaftsministerium hat der geplanten Übernahme des Elektronikhändlers Ceconomy durch den chinesischen Technologiekonzern JD.com zugestimmt – allerdings nicht ohne Bedingungen. Die Genehmigung ist an strenge Auflagen geknüpft, die laut Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer den Schutz von Daten, Lieferketten sowie sicherheitsrelevanten Personalentscheidungen sicherstellen sollen. Hattmannsdorfer verwies dabei auf die aktuelle Weltlage: „Gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen müssen wir unsere Souveränität schützen.“
Ceconomy, die Muttergesellschaft von MediaMarkt, erwirtschaftet in Österreich mit 56 Standorten einen Jahresumsatz von rund 1,3 Milliarden Euro und beschäftigt hierzulande etwa 2.400 Personen.
Strenge Auflagen
Nähere Angaben zu den konkreten Auflagen machte das Ministerium nicht – aus rechtlichen Gründen, wie es hieß. Dennoch verdeutlicht die Entscheidung, welchen Stellenwert die Investitionskontrolle in Österreich mittlerweile einnimmt: Beteiligungen aus Drittstaaten wie China werden besonders eingehend geprüft, wenn es um Eigentümerstrukturen in sicherheitsrelevanten Bereichen geht – darunter Dateninfrastruktur und strategische Versorgungsketten.
EU-Entscheidung ausstehend
Parallel zur nationalen Prüfung befasst sich auch die Europäische Kommission mit dem Vorhaben. Eine Entscheidung auf EU-Ebene wird bis zum 4. November erwartet. Frankreich, Italien und Deutschland haben der Übernahme durch JD.com bereits zugestimmt.
Der chinesische Konzern hatte seinen ursprünglichen Prüfantrag im April zurückgezogen und im Juli einen neuen Antrag beim österreichischen Wirtschaftsministerium eingebracht.
Die ausstehende Entscheidung der Kommission gilt als entscheidender Schritt für den weiteren Verlauf des Übernahmeprozesses.