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Zukunftsprojekt

Skifahren mitten in Wien? ÖSV treibt ungewöhnlichen Plan voran

Skifahren mitten in Wien? ÖSV treibt ungewöhnlichen Plan voran
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Skifahren mitten im Sommer und unabhängig vom Wetter: Der ÖSV treibt die Idee einer eigenen Skihalle in Österreich voran – und bringt damit eine ungewöhnliche Debatte ins Rollen.

Der Österreichische Skiverband (ÖSV) will in den kommenden Wochen eine eigene Arbeitsgruppe zum Thema Skihalle einrichten. Darin sollen Personen und Fachleute zusammengebracht werden, die sich bereits mit einer solchen Anlage in Österreich beschäftigt haben. Hintergrund sind unter anderem immer schwierigere Trainingsbedingungen im Sommer, Rekordsommer und die zunehmende Gletscherschmelze.

ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober macht aus ihrer Haltung keinen Hehl: „Skihalle ist die Zukunft.“ Sie sieht darin nicht nur eine zusätzliche Trainingsmöglichkeit für den Spitzensport. Auch Kinder aus Ballungsräumen sollen dadurch leichter mit Schnee und dem Skisport in Berührung kommen.

Standort & Planung

Der Bedarf ist aus Sicht des Verbandes bereits vorhanden: Nachwuchsathletinnen und -athleten aus österreichischen Leistungsschulen verbringen laut Stadlober während der Sommermonate teilweise 20 bis 30 Tage in Skihallen im Ausland. Trainiert wird unter anderem in Litauen, Deutschland und den Niederlanden. Ein fertiges Konzept für eine österreichische Halle gibt es derzeit allerdings noch nicht.

ÖSV-Generalsekretär Jan Überall macht zugleich klar, dass sich eine solche Halle nicht ausschließlich für den Rennsport rechnen könne. Sie müsste auch dem Breitensport offenstehen und entsprechend größer gedacht werden. Als möglicher Standort wird zwar immer wieder Wien genannt, konkrete Pläne oder einen festgelegten Standort gibt es derzeit aber nicht.

Auch aus der Skiindustrie kommt grundsätzlich Unterstützung. Atomic-Rennchef Christian Höflehner hält eine Skihalle nicht automatisch für einen ökologischen Widerspruch, sofern sie entsprechend durchdacht umgesetzt wird. Gleichzeitig verweist er auf ein wachsendes Problem: Für junge Menschen werde der erste Kontakt mit Schnee zunehmend schwieriger.

Gespaltene Meinungen

Manuel Feller sieht im Hallentraining durchaus Vorteile. Konstante Bedingungen, kurze Wege und schnelle Wiederholungen könnten vor allem beim Techniktraining helfen. Im Vergleich zum Training auf einem Gletscher seien Aufwand und Belastung deutlich geringer. Feller spricht dabei sogar von nahezu „Laborbedingungen“.

Eine vollständige Alternative zum Training im Gebirge wäre die Halle allerdings nicht. Für Speeddisziplinen wie Abfahrt und Super-G ist Training in einer Skihalle nicht möglich. Auch für Techniker würden Trainingslager auf echtem Winterschnee weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Feller sieht vor allem bei der Materialabstimmung Grenzen, weil sich die Bedingungen in einer Halle nicht mit jenen bei Winterrennen vergleichen lassen.

Marco Schwarz sieht Indoor-Training ebenfalls als mögliche Ergänzung und verweist darauf, dass sich manche internationale Slalomteams bereits intensiv in Hallen vorbereiten. Das Gefühl des Skifahrens am Berg könne eine Halle für ihn aber nicht ersetzen. Ob Österreich tatsächlich eine eigene Skihalle bekommt, ist damit weiterhin offen: Derzeit gibt es weder einen fixen Standort noch ein fertiges Konzept oder einen Zeitplan.

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KO KOSMO-Redaktion
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