Drei Wochen – so viel Zeit bleibt laut Europas Flughafenverband, bevor der Kerosinmangel zum echten Problem wird.
Der europäische Flughafenverband ACI Europe schlägt Alarm: Infolge des Iran-Kriegs könnten die Kerosinvorräte in Europa knapp werden. Generaldirektor Olivier Jankovec hat die EU-Kommission in einem Schreiben eindringlich darauf hingewiesen, dass ein Engpass droht, sollte die strategisch bedeutsame Route im Nahen Osten nicht binnen drei Wochen wieder „in nennenswertem und stabilem Umfang“ befahren werden können.
Stabilisiert sich der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nicht rasch, könnte Europa in ernsthafte Versorgungsschwierigkeiten geraten. Mehr als die Hälfte der Kerosinimporte nach Europa gelangt über diese Meerenge. Für die europäischen Flughäfen hätte ein Kerosinmangel gravierende Folgen – Einschränkungen im Flugbetrieb wären kaum abzuwenden. Die Auswirkungen würden weit über den Luftverkehr hinausgehen: Reisende, der Tourismus und damit ganze Volkswirtschaften innerhalb der EU wären betroffen.
Besonders heikel ist die Lage angesichts des unmittelbar bevorstehenden Sommerreiseverkehrs – jener Phase, in der zahlreiche Länder in besonderem Maß auf stabile Flugverbindungen angewiesen sind.
Forderungen an Brüssel
ACI Europe drängt Brüssel daher zu raschem Handeln. Der Verband fordert konkret eine EU-weite Bestandsaufnahme: Wie viel Kerosin ist aktuell verfügbar, wie viel wird in den kommenden Wochen erwartet, und wie hoch ist der tatsächliche Bedarf? Jankovec zufolge existiert eine solche Gesamtübersicht bislang nicht.
Darüber hinaus bringt der Verband koordinierte Gemeinschaftseinkäufe von Flugtreibstoff auf EU-Ebene ins Gespräch und plädiert dafür, regulatorische Vorgaben und Beschränkungen, die den Import von Kerosin behindern könnten, vorübergehend auszusetzen.
EU gibt Entwarnung
Die EU selbst gibt sich bislang unbeeindruckt. Nach einer Sitzung der zuständigen Expertengruppe für Öl vor wenigen Tagen hieß es, die Versorgungssicherheit sei derzeit nicht gefährdet.
Auch für den Monat April werden keine Engpässe erwartet.