Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
SPRACHFÖRDERUNG

Alarmierende Zahlen: ÖVP fordert Deutschtest für Dreijährige

Alarmierende Zahlen: ÖVP fordert Deutschtest für Dreijährige
Symbolfoto. FOTO: iStock/Tatsiana Volkava
2 Min. Lesezeit |

Die aktuellen Zahlen zu Wiens Schulanfängern sind besorgniserregend: Fast die Hälfte der insgesamt 22.103 Schüler versteht nicht ausreichend Deutsch, um dem Unterricht folgen zu können. Die Ursache dafür liegt oft in unzureichenden Sprachkenntnissen, wie bereits berichtet wurde.

Um diesem Missstand entgegenzuwirken, hat die ÖVP Wien einen Sieben-Punkte-Plan entwickelt, der beim frühkindlichen Spracherwerb in Kindergärten ansetzt.

Strategien zur frühzeitigen Sprachförderung

Karl Mahrer, Landesparteiobmann der ÖVP, beschreibt Wien als einen „Bildungs- und Integrationsbrennpunkt“ und kritisiert die Rolle der derzeitigen rot-pinken Stadtregierung bei der aktuellen Lage. Er weist darauf hin, dass ebenso viele Schulanfänger nicht Deutsch sprechen, wie solche, die es können. Gemeinsam mit Harald Zierfuß, Bildungssprecher der Partei, präsentiert Mahrer einen umfassenden Plan: Kinder ab drei Jahren, bei denen ein Bedarf an Deutschförderung festgestellt wird, sollen verpflichtend einen Kindergarten besuchen. Diese Feststellung erfolgt durch eine Sprachstandserhebung.

Förderung an Deutschkenntnisse gekoppelt

Der Plan bindet die Qualität der Sprachförderung an Fördermittel für Kindergärten. Wenn Kinder zu Schulbeginn nicht ausreichend Deutsch sprechen, müssen sie teilweise Förderbeiträge zurückerstatten. Man schlägt einen Stufenplan zur Erhöhung der Zahl der Pädagogen vor, und alle Erzieher sollen Sprachförderkenntnisse besitzen. Jeder Kindergarten mit spezifischem Förderbedarf soll eine spezialisierte Sprachförderkraft beschäftigen. Zusätzlich wird ein C1-Sprachniveau für Pädagogen und Assistenten gefordert.

[crp box=“1″ limit=“3″ heading=“1″ offset=“0″]

Laut Mahrer erreicht eine erhebliche Mehrheit der Mittelschüler am Ende ihrer Schulzeit nicht die Bildungsstandards in Lesen und Mathematik. Dies trägt zu einer unverhältnismäßig hohen Jugendarbeitslosigkeit in Wien bei. Mit fast 20 Prozent liegt der Anteil der arbeitslosen 15- bis 24-Jährigen deutlich über dem Durchschnitt. Mahrer und Zierfuß sehen den Ursprung der Probleme in den mangelhaften Deutschkenntnissen, die bereits im Kindesalter beginnen. Dies kann letztlich zu Jugendarbeitslosigkeit und Abhängigkeit von der Mindestsicherung führen. Der vorgeschlagene Plan zielt darauf ab, sicherzustellen, dass in Wien geborene Kinder bis zum Schuleintritt über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen.