An einem Montagnachmittag herrschte in der Grimmaischen Straße in Leipzig das übliche geschäftige Treiben – Passanten eilten durch die Einkaufszone, andere strebten dem Feierabend entgegen. Um etwa 16.45 Uhr fuhr ein Auto am Augustusplatz in die Fußgängerzone ein. Laut Informationen von BILD handelte es sich dabei um einen beigefarbenen Volkswagen Taigo.
Das Fahrzeug fuhr die Grimmaische Straße entlang und erfasste dabei zahlreiche Personen. Augenzeugen berichteten gegenüber BILD, der Wagen sei mit einer Geschwindigkeit von 80 bis 100 Kilometern pro Stunde durch die Fußgängerzone gefahren. Am Steuer saß ein 33-Jähriger.
Kurz darauf gingen die ersten Notrufe bei der Leitstelle ein. Die Rettungsdienste riefen einen Massenanfall von Verletzten aus. Dutzende Streifenwagen sowie rund zehn Rettungsfahrzeuge machten sich auf den Weg in die Leipziger Innenstadt.
Schockierende Bilder aus Leipzig: Ein Irrer ist in der Innenstadt (Grimmaische Straße / Augustusplatz) in eine Menschenmenge gefahren.
Laut Polizei gibt es zwei Tote und mehrere Verletzte. Der 33-jährige Fahrer wurde festgenommen.
Die Behörden sprechen von einer mutmaßlichen… pic.twitter.com/CDM4oCehIq— Chris 🇩🇪🇺🇸 (@Mabuhei1) May 4, 2026
Festnahme am Marktplatz
Das Fahrzeug kam schließlich auf dem Leipziger Marktplatz zum Stehen, wo es gegen mehrere Poller prallte. Aufnahmen vom Ort des Geschehens zeigten eine zersplitterte Windschutzscheibe und eine eingedellte Motorhaube – Spuren, die auf mehrere heftige Aufpralle hindeuteten. Als Polizeibeamte den Marktplatz erreichten, saß der Fahrer noch in seinem Wagen und ließ sich ohne Gegenwehr festnehmen.
Nach Angaben von BILD soll es sich bei dem Täter um einen Mann namens Jeffrey K. handeln – einen in Leipzig lebenden Haustechniker, der verheiratet ist und ein Kind hat. Darüber hinaus war er als Boxtrainer in einem Leipziger Sportverein tätig. Als Auslöser der Tat gilt einem Bericht zufolge ein Streit, auch psychische Auffälligkeiten des mutmaßlichen Täters werden in diesem Zusammenhang genannt.
Rund eine Stunde nach dem Vorfall trat Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung vor die Presse und bestätigte zwei Todesopfer – eine 63-jährige Frau und einen 77-jährigen Mann, beide deutsche Staatsangehörige. Ein ADAC-Rettungshubschrauber landete auf dem Augustusplatz, Sichtschutzwände versperrten den Blick in die Fußgängerzone, und im Gewandhaus richteten die Behörden eine Notversorgungsstelle ein.
Ważne info z Niemiec: W Lipsku (Leipzig) samochód wjechał z impetem w strefę pieszą w centrum miasta. Są co najmniej dwie ofiary śmiertelne i około 20-22 rannych (w tym kilka ciężko).
Kierowca – 33 letni mężczyzna z niemieckim obywatelstwem, urodzony w Niemczech – został… pic.twitter.com/7Y4bgur2z7— Raport Światowy (@RaportSwiatowy) May 5, 2026
Politische Reaktionen
Gegen 19.30 Uhr meldete sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zu dem Vorfall. „Das erschüttert mich zutiefst. Ich bin in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien“, schrieb er auf Instagram. Bei einem Bürgerdialog in Meißen bezeichnete er den Täter laut einem Bericht der Leipziger Volkszeitung als „psychisch auffällig“.
Nahezu zeitgleich fand in Leipzig eine Pressekonferenz unter Beteiligung von Sachsens Innenminister Armin Schuster statt. Er sprach als Erster von einer „schrecklichen Amoktat“. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen Mordes in zwei Fällen sowie wegen versuchten Mordes in mindestens zwei weiteren Fällen ein.
„Wir beklagen zwei Tote, momentan drei Schwerverletzte und viele weitere Verletzte“, erklärte Oberbürgermeister Jung. Am Abend wurden am Augustusplatz erste Kerzen aufgestellt, die Polizei hielt die Absperrung der Fußgängerzone aufrecht.
Die Polizeidirektion Leipzig und das Landeskriminalamt Sachsen rufen Zeuginnen und Zeugen dazu auf, sich zu melden. Wer sich gegen 16.45 Uhr in der Leipziger Innenstadt aufgehalten hat, wird gebeten, Hinweise zu übermitteln. Die Polizeidirektion Leipzig hat ein Hinweistelefon unter der Nummer 0341/966 46666 eingerichtet, das Landeskriminalamt Sachsen betreibt ein Hinweisportal unter der Adresse sn.hinweisportal.de.