Marko Arnautovic unterschrieb am Montag seinen Vertrag bei Roter Stern Belgrad und verwirklichte damit gleich zwei tiefe Herzenswünsche: Seinen langgehegten Kindheitstraum und ein Versprechen an seinen verstorbenen Mentor Sinisa Mihajlovic. Im ersten Gespräch als Zvezda-Neuzugang konnte der Stürmer seine Emotionen kaum zurückhalten.
Besonders bewegt wirkt der 36-Jährige, als das Thema auf seinen früheren Coach bei Bologna kommt, der vor drei Jahren den Kampf gegen Leukämie verlor. Mit stockender Stimme ringt Arnautovic um Fassung: „Es ist wirklich schwer für mich gerade. Jedes Mal bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich daran denke. Er war wie ein Bruder für mich, wie ein Vater.“ Diese Verbindung lässt sich kaum beschreiben. Als ich hier ankam, habe ich sofort nachgefragt, ob es etwas gibt, das an ihn erinnert. Ihr habt ihm eine Tribüne gewidmet, sogar den VIP-Bereich. Als ich dort stand, habe ich eine unglaubliche Energie gespürt – das hat mich komplett überwältigt“, schildert der Angreifer mit brüchiger Stimme.
Und weiter: „Wir haben oft über Roter Stern gesprochen, viele Male, als ich bei ihm im Krankenhaus war oder zu Hause. Er bat mich einmal um eine Sache: Dass ich irgendwann für Roter Stern spiele und die Magie im ‚Marakana‘ spüre. Das war sein Wunsch – und es ist auch Gottes Wille. Ich will ihm diesen Wunsch erfüllen und werde alles dafür geben.“
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Die enge Verbindung zwischen Arnautovic und Mihajlovic begann 2021, als der serbische Trainer ihn nach Bologna holte. Mihajlovic wurde für den Österreicher schnell mehr als nur ein Coach – er wurde zum engen Vertrauten in einer schwierigen Zeit. Als besondere Ehrung hat Roter Stern Belgrad eine Tribüne im Stadion nach Mihajlovic benannt – ein Ort, der Arnautovic bei seiner Ankunft sichtlich berührte.
Blitzschneller Transfer
Nur wenige Tage nach seiner Rekordverpflichtung beim serbischen Traditionsklub gibt der ÖFB-Stürmer erstmals ausführlich Einblicke in seinen Wechsel – und überrascht mit Details zur blitzschnellen Entscheidungsfindung. Im Gespräch mit dem klubeigenen Sender ZvezdaTV verrät Arnautovic verblüffend: „Der Deal stand nach einer Stunde!“
„Nach Saisonende bin ich erstmal in den Urlaub gefahren. Mein Bruder informierte mich über verschiedene Angebote – aber ich wollte einfach abschalten. Die Saison war anstrengend, ich brauchte eine Pause“, gesteht der Routinier offen. Dann kam der entscheidende Anruf: „Ich war gerade in Mailand, als mein Bruder sagte: ‚Zvezdan Terzic hat angerufen.‘ Meine Antwort kam sofort: ‚Okay, lass uns mit ihm sprechen.‘ Und eine Stunde später war alles klar! Drei Stunden danach meinte mein Bruder: ‚Montag fliegst du nach Belgrad.‘ Es ging wirklich rasend schnell!“
Finanziell ist der Wechsel für beide Seiten bemerkenswert: Mit einem Zweijahresvertrag und einem Jahresgehalt von 2,5 Millionen Euro netto wird Arnautovic zum bestbezahlten Spieler der Klubgeschichte. Zusätzlich wurden leistungsbezogene Prämien vereinbart, darunter 200.000 Euro für die Champions-League-Qualifikation und 5.000 Euro pro Tor oder Assist. Der Vertrag beinhaltet zudem eine Perspektive für die Zeit nach seiner aktiven Karriere – Arnautovic soll dem Verein auch dann erhalten bleiben.
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Debüt im Derby
Sein Empfang in der serbischen Hauptstadt? „Unglaublich! Alles, was mit den Fans passiert ist, hat mich einfach begeistert. Das war immer mein Traum – hierherzukommen. Jetzt bin ich hier und überglücklich. Ich bin nicht gekommen, um vor Kameras zu reden, sondern um auf dem Platz zu zeigen, was ich kann. Ich kann es kaum erwarten, mit der Mannschaft zu trainieren. Hier können wir Großes erreichen“, betont der Goalgetter.
Genau diese Magie könnte Arnautovic bereits am Samstag (20 Uhr) im mit Spannung erwarteten Stadt-Derby gegen OFK Belgrad zum ersten Mal spüren – bei seinem heiß ersehnten Debüt im Trikot von Roter Stern.
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