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Gesundheitsgefahr

Asbest-Alarm: Behörden schließen vier Steinbrüche wegen Krebsgefahr

Asbest-Alarm: Behörden schließen vier Steinbrüche wegen Krebsgefahr
(Symbolbild FOTO: iStock)
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Vier burgenländische Steinbrüche wurden stillgelegt – der Verdacht: asbesthaltige Materialien im Umlauf. Bereits erste Erkrankungen und Krebsfälle sollen mit dem geförderten Staub in Verbindung gebracht worden sein.

Vier Steinbrüche im Burgenland wurden mit sofortiger Wirkung von den Behörden stillgelegt. Im Raum steht der Verdacht, dass in den Anlagen asbesthaltige Materialien gefördert und als Baustoffe in den Handel gebracht wurden – mit potenziell schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen. Der aus diesen Betrieben stammende Staub soll bereits Erkrankungen verursacht haben, darunter auch Krebsfälle. Während konkrete Beweise bislang ausstanden, deuten neuere Untersuchungen darauf hin, dass an den Vorwürfen tatsächlich etwas dran sein könnte.

Die Schließungsverfügungen betreffen einen Steinbruch im Bezirk Oberpullendorf sowie drei weitere im Bezirk Oberwart. Die zuständigen Bezirkshauptmannschaften haben sowohl den Abbau als auch die Weiterverarbeitung der Materialien untersagt. Seitens des Landes wurde bestätigt, dass behördliche Kontrollen nach § 175 des Mineralrohstoffgesetzes durchgeführt wurden.

Asbestfunde bestätigt

Proben, die im November 2025 entnommen wurden, wiesen Asbestfasern nach. Eine Gesundheitsgefährdung kann daher nicht ausgeschlossen werden – besonders für Mitarbeiter der Betriebe sowie deren Kunden. Das Land unterstreicht die Notwendigkeit des raschen Eingreifens: „Im vorliegenden Fall war ein sofortiges Handeln der zuständigen Behörden bei noch laufenden Verfahren erforderlich und die unverzüglich angeordneten unaufschiebbaren Maßnahmen wegen Gefahr im Verzug alternativlos. Die zugrunde liegenden Verwaltungsverfahren laufen vor diesem Hintergrund weiter.“

Asbest wird als hochgradig krebserregend eingestuft, wobei insbesondere das Einatmen der Fasern gesundheitsschädlich ist. In gebundener Form gilt der Stoff hingegen als ungefährlich.

Betroffene Gemeinden

Die betroffenen Betriebe in Pilgersdorf im Bezirk Oberpullendorf, Glashütten bei Schlaining, Bernstein und Badersdorf im Bezirk Oberwart sind verpflichtet, ihre Abnehmer zu informieren. Die Anlagen bleiben geschlossen, bis keine Gefährdung mehr besteht. Unklar bleibt derzeit, wofür das Material konkret verwendet wurde.

Ein Teil könnte zu Streusplitt verarbeitet worden sein, wobei umliegende Gemeinden als Abnehmer in Frage kommen. Auch als Schotter für Wege und Gartenanlagen könnte das Material Verwendung gefunden haben.

In zahlreichen Ortschaften herrscht nun Verunsicherung, und möglicherweise sind weitere Unternehmen betroffen. An den Steinbrüchen hängen etwa 500 Arbeitsplätze.

In den betroffenen Gemeinden wächst die Besorgnis über mögliche gesundheitliche Konsequenzen, zumal asbestbedingte Erkrankungen häufig erst nach Jahren oder Jahrzehnten auftreten.