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AKW in Tschechien

Atommüll-Endlager nur 50 km von Oberösterreich entfernt geplant

Atommüll-Endlager nur 50 km von Oberösterreich entfernt geplant
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Nur 50 Kilometer von Oberösterreich entfernt beginnt Tschechien mit Bohrungen – und sorgt damit für politischen Aufruhr diesseits der Grenze.

Tschechien hat bei der Suche nach einem geeigneten Standort für ein Atommüll-Endlager einen weiteren Schritt unternommen. Die zuständige Behörde SÚRAO gab bekannt, dass am Standort Janoch nahe des Atomkraftwerks Temelín erste Probebohrungen aufgenommen wurden – der Ort liegt nur etwa 50 Kilometer von der oberösterreichischen Grenze entfernt.

Im Rahmen dieser Untersuchungen sind unter anderem Brunnen mit einer Tiefe von bis zu 100 Metern vorgesehen, mit denen das Fließverhalten des Grundwassers sowie die geologische Stabilität des Untergrunds analysiert werden sollen. Auf diese ersten Erkundungen werden weitere Untersuchungen und Tiefbohrungen folgen; eine endgültige Standortentscheidung ist für das Jahr 2030 vorgesehen.

Widerstand aus Oberösterreich

In Oberösterreich stößt das Vorhaben auf deutlichen Widerstand. Grünen-Landessprecher Stefan Kaineder äußerte: „Ein Atommüll-Endlager in Grenznähe zu Oberösterreich ist und bleibt untragbar.“ Er betonte, dass es für Atommüll, der eine Million Jahre strahlt, keine sichere Entsorgung geben könne.

„Wir Grüne lehnen Temelín ab und lehnen auch ein Endlager in Oberösterreichs Nähe kategorisch ab. Das ist auch Common Sense im ganzen Land“, so der Landesrat. Er kündigte an, alle politischen und rechtlichen Mittel zu nutzen, um eine solche Gefahr an der Grenze zu verhindern.

Die Beunruhigung in der Grenzregion ist bereits durch das Atomkraftwerk Temelín dauerhaft präsent. In zahlreichen Gesprächen der vergangenen Wochen sei das Thema wiederholt zur Sprache gekommen: „Und jetzt will man dort auch noch verstrahlten Müll vergraben.“

Kritik am Doppelstandard

Besonders scharf kritisierte Kaineder den Vergleich mit dem Windkraft-Projekt in Sandl im Mühlviertel. Aus Tschechien gebe es Einsprüche wegen angeblicher Umweltbedenken: „Aber man verbuddelt Millionen Jahre strahlenden Atommüll. Also schräger geht nicht. Das muss und kann man nicht verstehen“, sagte Kaineder.

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KO KOSMO-Redaktion
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