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Krisenmodus

Audi streicht Tausende Jobs nach Milliarden-Einbruch

Audi streicht Tausende Jobs nach Milliarden-Einbruch
(Foto: iStockphoto)
3 Min. Lesezeit |

Die Krise bei Audi verschärft sich: Der Premiumhersteller verzeichnet massive Gewinneinbrüche, senkt seine Jahresprognose und kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig.

Gewinneinbruch

Der deutsche Premiumhersteller Audi steckt in einer ernsten wirtschaftlichen Krise. In der ersten Jahreshälfte 2025 brach der Gewinn um mehr als ein Drittel ein – der Nettogewinn sank um 37,5 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Gleichzeitig gingen die Auslieferungen um sechs Prozent zurück, nur noch 794.000 Fahrzeuge fanden einen Käufer. Besonders problematisch für den Ingolstädter Konzern, zu dem auch die Luxusmarken Bentley und Lamborghini gehören: Die US-Zölle, hohe Umstrukturierungskosten und schwächelnde Verkaufszahlen in den Schlüsselmärkten China und USA belasten das Ergebnis massiv, wie die Deutsche Welle berichtet.

Vor allem die Absatzschwäche in China und den Vereinigten Staaten bereitet den Ingolstädtern Kopfzerbrechen. Beide Märkte durchlaufen derzeit eine schwierige Phase für die gesamte Automobilbranche. Besonders der chinesische Markt für Elektrofahrzeuge ist von einem intensiven Wettbewerb geprägt. Trotz Bemühungen, mit neuen Modellen in China Fuß zu fassen, bleiben die Verkaufserfolge für Audi bislang hinter den Erwartungen zurück.

Um in diesem hart umkämpften Markt bestehen zu können, hat Audi eine neue China-Strategie entwickelt. Bis 2027 will der Konzern seine E-Auto-Palette auf mindestens zehn lokal produzierte Modelle ausbauen. Dabei setzt der Premiumhersteller verstärkt auf Partnerschaften mit chinesischen Unternehmen, um flexibler auf regionale Markttrends reagieren zu können. Ein wichtiger Baustein ist das Joint Venture mit dem chinesischen Autohersteller SAIC, in dessen Rahmen speziell für den chinesischen Markt zugeschnittene Elektrofahrzeuge entwickelt werden. Mit dieser Strategie versucht Audi, dem steigenden Preisdruck und der hohen Innovationsgeschwindigkeit lokaler Konkurrenten entgegenzutreten.

Gesenkte Prognosen

Als Reaktion auf die angespannte Lage hat der Autobauer seine Umsatzprognose für das laufende Jahr deutlich nach unten korrigiert. Statt der ursprünglich anvisierten Zahlen rechnet Audi nun mit einem Jahresumsatz zwischen 65 und 70 Milliarden Euro – eine Senkung um 2,5 Milliarden Euro. Auch bei der Rentabilität müssen die Erwartungen gedämpft werden.

Noch unklar bleibt, welche Auswirkungen das aktuelle Zollabkommen zwischen EU und USA auf die Geschäftsentwicklung haben wird. Finanzvorstand Jürgen Rittersberger bezifferte die Belastung durch die Zollerhöhungen im ersten Halbjahr auf rund 600 Millionen Euro. Anders als BMW verfügt Audi über keine Produktionsstätte in den USA und hat die Zollkosten bisher nicht an amerikanische Kunden weitergegeben.

„Das ist eine teure Lösung, aber bisher haben wir die Preise nicht erhöht“, erläuterte Rittersberger und kündigte an, künftig eine Balance zwischen Preisniveau und Verkaufsvolumen anzustreben.

Konzernumbau

Neben den Zollbelastungen schlägt auch der angekündigte Konzernumbau kräftig zu Buche. Audi hatte zu Jahresbeginn verkündet, bis 2029 rund 7.500 Arbeitsplätze in Deutschland streichen zu wollen. Diese Entscheidung hat dem Unternehmen in der ersten Jahreshälfte bereits Kosten von etwa 600 Millionen Euro verursacht, obwohl die eingeleiteten Maßnahmen bereits beginnen, erste Einsparungen zu bringen.

„Die aktuellen Ergebnisse zeigen deutlich, wie notwendig die von uns eingeleitete Transformation ist“, unterstrich Rittersberger.

„Wir werden mit voller Geschwindigkeit voranschreiten.“