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VERUNSICHERUNG

Aus für Bargeld: EU plant Abschaffung bis 2030?

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(FOTO: iStock)

In Österreich gibt es Befürchtungen, dass das Bargeld bald abgeschafft werden könnte. Ein Facebook-Posting behauptet sogar, die EU plane, Bargeld bis 2030 vollständig abzuschaffen, angeblich mit der Begründung, dass Cyberkriminalität enorme Verluste verursache. Diese Behauptung sorgt für Verunsicherung und verärgert viele Menschen.

Ein Facebook-Post behauptet, dass die EU plane, das Bargeld bis 2030 abzuschaffen. Als angebliche Begründung werden Sicherheitsbedenken genannt, da Cyberkriminalität weltweit Schäden in Höhe von 10,5 Billionen Dollar verursacht haben soll.

Bleibt das Bargeld erhalten?

Im Gegensatz zu der verbreiteten Behauptung gibt es von der EU keine Pläne, das Bargeld bis 2030 abzuschaffen. Euro-Banknoten und -Münzen bleiben in den 20 EU-Ländern weiterhin das gesetzliche Zahlungsmittel. Die EU-Kommission arbeitet vielmehr daran, das Bargeld zu erhalten und parallel dazu die Einführung eines digitalen Euros zu prüfen, der als ergänzendes Zahlungsmittel dienen könnte. Die Österreichische Nationalbank informiert dazu auch in einem Social-Media-Beitrag auf X über anstehende Veranstaltungen.

Das Facebook-Posting erwähnt eine Schadenssumme von 10,5 Billionen Dollar durch Cyberkriminalität. Dies beruht jedoch auf einem Übersetzungsfehler. Im englischen Original ist von 10,5 Milliarden Dollar die Rede.

Keine Panik vor Falschmeldungen: Bargeld bleibt im Euroraum gesetzliches Zahlungsmittel gemäß den EU-Verträgen und Verordnungen. Weder Händler noch öffentliche Dienstleister dürfen Barzahlungen verweigern, es sei denn, es wurde eine andere Vereinbarung getroffen. Die Europäische Zentralbank (EZB) betont die Fortbeständigkeit von Euro-Bargeld, und der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat klargestellt, dass EU-Recht Maßnahmen entgegenwirkt, die auf die Abschaffung von Bargeld abzielen. Also keine Sorge vor Falschinformationen im Internet – Bargeld steht zumindest derzeit nicht vor dem Aus.