In Österreich gibt es Befürchtungen, dass das Bargeld bald abgeschafft werden könnte. Ein Facebook-Posting behauptet sogar, die EU plane, Bargeld bis 2030 vollständig abzuschaffen, angeblich mit der Begründung, dass Cyberkriminalität enorme Verluste verursache. Diese Behauptung sorgt für Verunsicherung und verärgert viele Menschen.

Ein Facebook-Post behauptet, dass die EU plane, das Bargeld bis 2030 abzuschaffen. Als angebliche Begründung werden Sicherheitsbedenken genannt, da Cyberkriminalität weltweit Schäden in Höhe von 10,5 Billionen Dollar verursacht haben soll.
Niemand hat vor das Bargeld abzuschaffen! Einkaufwagen nur noch mit Handy und APP bei Kaufland in dieser Filiale. Wenn keiner mehr das Bargeld nimmt und ihr nichts mehr machen könnt, müsst Ihr das Digitale Sklavengeld akzeptieren. Man muss es nicht mal abschaffen, es nützt eben pic.twitter.com/krpEsKn3RU
— AldousHuxley (@AHuxley1963) May 5, 2024
Bleibt das Bargeld erhalten?
Im Gegensatz zu der verbreiteten Behauptung gibt es von der EU keine Pläne, das Bargeld bis 2030 abzuschaffen. Euro-Banknoten und -Münzen bleiben in den 20 EU-Ländern weiterhin das gesetzliche Zahlungsmittel. Die EU-Kommission arbeitet vielmehr daran, das Bargeld zu erhalten und parallel dazu die Einführung eines digitalen Euros zu prüfen, der als ergänzendes Zahlungsmittel dienen könnte. Die Österreichische Nationalbank informiert dazu auch in einem Social-Media-Beitrag auf X über anstehende Veranstaltungen.
#Event-Tipp 📅
— OeNB (@oenb) June 5, 2024
Update #DigitalEuro
✅Wie wird d Einführung d d€ aussehen?
✅Welche Rolle haben Privatsphäre, Datenschutz, Inklusion?
✅Was sind d Auswirkungen des d€ auf das 🇪🇺 Finanzsystem?
✅Werden in anderen Ländern dig. CBDC entwickelt?
Anmeldung: https://t.co/Z12gnmqcWo pic.twitter.com/a8OFgBG6IS
Das Facebook-Posting erwähnt eine Schadenssumme von 10,5 Billionen Dollar durch Cyberkriminalität. Dies beruht jedoch auf einem Übersetzungsfehler. Im englischen Original ist von 10,5 Milliarden Dollar die Rede.
🇬🇧 The Commission proposes to create a #digitalEuro with mandatory identification, holding limits, and payment limits. Every online payment, no matter how small, would be traceable.
— Patrick Breyer #PiratenWählen (@echo_pbreyer) June 5, 2024
I discussed how this jeopardises our right to privacy with @Anja_Hirschel.#Pirates pic.twitter.com/xLas1b7XgU
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Keine Panik vor Falschmeldungen: Bargeld bleibt im Euroraum gesetzliches Zahlungsmittel gemäß den EU-Verträgen und Verordnungen. Weder Händler noch öffentliche Dienstleister dürfen Barzahlungen verweigern, es sei denn, es wurde eine andere Vereinbarung getroffen. Die Europäische Zentralbank (EZB) betont die Fortbeständigkeit von Euro-Bargeld, und der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat klargestellt, dass EU-Recht Maßnahmen entgegenwirkt, die auf die Abschaffung von Bargeld abzielen. Also keine Sorge vor Falschinformationen im Internet – Bargeld steht zumindest derzeit nicht vor dem Aus.