Sparmaßnahmen treffen die Schwächsten: Wien streicht die kostenlose Jahreskarte für blinde und gehörlose Menschen. Der Blindenverband schlägt Alarm.
Der Fonds Soziales Wien (FSW) streicht die bisher gewährte Förderung für Jahreskarten der Wiener Linien für schwer sehbehinderte, blinde oder gehörlose Menschen. Von dieser Maßnahme sind etwa 2.700 Personen betroffen. Die Entscheidung steht im Zusammenhang mit den Sparzielen der Stadt Wien, die sich auf insgesamt 500 Millionen Euro belaufen, wie Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) erläuterte.
Die bisherige Förderung deckte laut Blindenverband die gesamten Kosten der Jahreskarte ab, sodass Betroffene bislang keine Eigenleistung erbringen mussten. Der FSW rechtfertigt den Schritt mit dem Hinweis, dass es sich um eine freiwillige Förderung handle, deren Einstellung zur Haushaltskonsolidierung beitrage. Betroffene haben künftig die Möglichkeit, ab November eine „Jahreskarte Spezial“ zum Preis von 300 Euro zu erwerben.
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Alternative Angebote
Diese Option steht Wienerinnen und Wienern mit einem Behinderungsgrad von mindestens 70 Prozent zur Verfügung. Die neue Regelung tritt zum 1. Jänner 2026 in Kraft und erweitert nach Angaben des FSW gegenüber „Wien heute“ den Kreis der Anspruchsberechtigten.
Finanzielle Mehrbelastung für Betroffene
Mit der neuen „Jahreskarte Spezial“ steigt die jährliche Belastung für die rund 2.700 betroffenen Personen auf 300 Euro, was laut Verband für viele eine erhebliche finanzielle Hürde darstellt. Ein Großteil der Betroffenen ist auf Sozialleistungen oder geringe Pensionen angewiesen und kann die zusätzlichen Kosten nur schwer aufbringen.
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Teil umfassender Sparmaßnahmen
Die Streichung der Öffi-Förderung ist Teil der 500 Millionen Euro Budgetkonsolidierung der Stadt Wien. Neben dieser Maßnahme sind laut Regierungsprogramm auch andere freiwillige Leistungen und Förderungen von Evaluierungen und Kürzungen betroffen. Die Stadt betont jedoch, dass soziale Ausgewogenheit und Priorisierung im Mittelpunkt der Sparmaßnahmen stehen.
Kritik vom Blindenverband
Der Blindenverband reagiert mit deutlicher Kritik auf die Streichung der Förderung. Obmann Kurt Prall sieht darin eine erhebliche finanzielle Belastung für die betroffenen Personen. Die Organisation zeigt sich besorgt über die sozialen Auswirkungen dieser Sparmaßnahme auf Menschen mit Sehbehinderungen und Gehörlose.