Seit Tagen fehlt von einer in Wien lebenden Frau jede Spur – zuletzt gesehen an einem der belebtesten Orte Belgrads.
Seit Sonntag fehlt von Andjela Mihajlovic (37) jede Spur. Die Frau, die in Wien lebt, war zu Besuch in Belgrad – zuletzt gesehen wurde sie um 8:25 Uhr an der Bushaltestelle Zeleni venac im Stadtzentrum. Ihre Familie ist in größter Sorge, setzt aber auf die Ermittler.
Gegenüber dem Portal Kurir schilderte Jelena, die Mutter der Vermissten, die Umstände des Verschwindens. „Ich habe zweimal mit Andjela gesprochen, nachdem sie aus Wien angekommen war – doch seit Donnerstag haben wir keinerlei Kontakt mehr. Jetzt liegt es an der Polizei, herauszufinden, wo sie ist“, sagte die sichtlich aufgewühlte Frau. Sie ist überzeugt, dass ihrer Tochter die persönlichen Gegenstände gestohlen wurden – Andjela sei damit ohne Geld, ohne Schlüssel und ohne Handy unterwegs.
„Sie wurde ausgeraubt, sie hat nichts mehr bei sich. Wer das getan hat und wo ihr Telefon steckt – das muss die Polizei klären. Aber ich weiß, dass man ein verlorenes Gerät per GPS orten kann, genauso wie ihr Auto“, so die Mutter, die trotz allem die Hoffnung nicht aufgibt. Das Fahrzeug, das auf Andjelas Namen zugelassen ist, wurde am Abend zuvor in einer Garage im Stadtzentrum entdeckt – und steht dort noch immer.
Mutter reist an
Jelena ergänzte, dass ihre Tochter offenbar über Instagram Kontakt zu der Schwägerin eines Busfahrers aufgenommen hatte – ein Hinweis darauf, dass sie sich in einer Notlage befunden haben dürfte. „Sie weiß vermutlich nicht, wie sie nach Hause kommen soll – ohne Schlüssel, ohne Telefon, ohne Geld“, sagte die besorgte Mutter. Sie kündigte an, eigens aus Novi Sad nach Belgrad zu reisen, um der Polizei Kontaktdaten von Andjelas Freunden und Bekannten zu übergeben.
Polizei ermittelt
Laut einer Quelle aus Polizeikreisen, auf die sich Kurir beruft, gehen die Ermittler nicht von einer gewaltsamen Entführung aus. „Es ist bemerkenswert, dass sie zuletzt an einer der belebtesten Stellen der Stadt gesehen wurde. Um diese Uhrzeit ist der Zeleni venac selbst sonntags stark frequentiert – ein auffälliger Vorfall wäre mit Sicherheit bemerkt worden“, erklärte der Gesprächspartner. Der Busfahrer, den Andjela um Hilfe bat, bestätigte in seiner Aussage, dass sie allein war – die entscheidende Frage sei, was nach ihrem Abgang von der Haltestelle passiert ist.
Auch Andjelas Schwägerin meldete sich zu Wort. Sie bestätigte, dass die 37-Jährige am Donnerstag in Belgrad eingetroffen sei – und sich seither bei niemandem aus der Familie mehr gemeldet habe.