Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
SKANDAL-URTEIL

Betrüger wird nicht abgeschoben – weil Sohn Chicken Nuggets mag

Betrüger wird nicht abgeschoben – weil Sohn Chicken Nuggets mag
FOTO: iStock/Whitestorm/SCM Jeans
2 Min. Lesezeit |

In einem bemerkenswerten und kontroversen Entscheid erklärte ein britischer Richter Chicken Nuggets zur unverzichtbaren Notwendigkeit für das Wohl eines zehnjährigen Jungen.

Diese Entscheidung verhinderte vorerst die Abschiebung von Klevis D., einem albanischen Staatsbürger, der seit Jahren unrechtmäßig in Großbritannien lebt. Der Fall, der erstmals vom „Telegraph“ aufgegriffen wurde, steht im Zentrum einer intensiven politischen Debatte über Einwanderungsgesetze und deren Anwendung.

Erschlichene Staatsbürgerschaft

Der Albaner Klevis D. hatte sich 2001 unter einem falschen Namen als Flüchtling aus dem ehemaligen Jugoslawien in Großbritannien niederlassen können, obwohl seine Asylantrag abgelehnt wurde. Trotz dieser Ablehnung wurde ihm und seiner aus Albanien stammenden Frau 2007 die britische Staatsbürgerschaft gewährt.

Die Vergangenheit von Klevis D. holte ihn jedoch 2017 ein, als die Polizei ihn wegen illegaler Aktivitäten festnahm. Dabei wurden 250.000 Pfund (ca. 300.000 Euro) an Schwarzgeld sichergestellt. Er wurde zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt, und ihm wurde die britische Staatsbürgerschaft entzogen.

Abschiebung schlägt fehl

Gegen seine geplante Abschiebung legte der Albaner jedoch Einspruch ein – und der Richter gab ihm recht. Die Entscheidung basierte auf den Essgewohnheiten des Sohnes von Klevis D., der neben einer festgestellten „sensorische Schwierigkeiten“ gegenüber speziellen Kleidungsmaterialien, insbesondere Socken, auch nur die britische Variante von Chicken Nuggets mag. Der Umstieg auf die ungeliebte Auslands-Variante sei eine „übermäßige Härte.“

Politische Unsicherheit und rechtliche Herausforderung

Der Fall ist nicht nur ein Kuriosum, sondern auch ein Paradebeispiel für die rechtlichen und politischen Herausforderungen des britischen Einwanderungssystems. Die von der Labour-Partei geführte Regierung sieht sich wachsendem Druck ausgesetzt, kriminelle Ausländer rasch abzuschieben, getrieben durch Forderungen von Nigel Farages „Reform UK“-Partei nach strikteren Maßnahmen. Hingegen besteht Premierminister Keir Starmer auf der Beibehaltung der Europäischen Menschenrechtskonvention, die oft als Grundlage für Einsprüche in solchen Fällen dient.

Die Anzahl offener Asylanträge hat sich durch die überforderten britischen Justiz- und Verwaltungsstrukturen seit 2022 verfünffacht. Kritiker aus der konservativen Tory-Partei argumentieren, dies sei eine „Beleidigung für die britische Öffentlichkeit, dass unsere Einwanderungsgesetze auf so ungeheuerliche Weise missbraucht werden.“ Dieser Fall zeige, wie „ausländische Kriminelle die Menschenrechtsgesetze und schwache Richter rücksichtslos ausnutzen“.

[crp box=“1″ limit=“3″ heading=“1″ offset=“0″]

Das Ende des Falls Klevis D. bleibt vorerst unentschieden, da ein übergeordnetes Gericht die zurück an eine niedrigere Instanz verwies. Es wird erneut verhandelt.