Stundenlange Warteschlangen, falsche Portale und Preise jenseits der 10.000 Dollar – der WM-Ticketverkauf sorgt für Aufruhr.
Der aktuelle Ticketverkauf für die Fußball-Weltmeisterschaft hat bei zahlreichen Anhängern für erheblichen Unmut gesorgt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur stufte der Weltverband die aufgetretenen Schwierigkeiten als Anlaufprobleme ein, die rasch behoben worden seien. Sämtliche Karten, die am Mittwoch in den Verkauf gegangen waren, fanden demnach Abnehmer.
Beim Start am Mittwoch berichteten Fans in sozialen Netzwerken von teils stundenlangen Wartezeiten, bevor sie überhaupt Zugang zum Online-Portal der FIFA erhielten – ein Bild, das auch dpa-Beobachtungen bestätigten. Darüber hinaus wurden einzelne Nutzer offenbar auf ein falsches Portal weitergeleitet.
Steigende Ticketpreise
Neben den technischen Pannen bleiben die Ticketpreise ein dauerhafter Streitpunkt. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, zogen die Preise in bestimmten Kategorien im Vergleich zum Verkaufsstart nach der Auslosung im Dezember teils kräftig an. Für das Finale am 19. Juli in East Rutherford werden Karten der höchsten Kategorie inzwischen für 10.990 Dollar – umgerechnet rund 9.535 Euro – angeboten.
Beim vorherigen Verkauf lag der Preis noch bei 8.680 Dollar beziehungsweise 7.531 Euro. Auch Eintrittskarten der Kategorien 2 und 3 sind teurer geworden. Die FIFA setzt bei dieser WM auf ein dynamisches Preismodell, das Anpassungen in mehreren Runden erlaubt.
Wie viele Tickets insgesamt noch verfügbar sind, bleibt dabei weitgehend unklar – immer wieder tauchen neue Kontingente auf. Karten für das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika am 11. Juli in Mexiko-Stadt wurden heute für 2.985 Dollar, also etwa 2.590 Euro, angeboten, waren jedoch innerhalb kürzester Zeit vergriffen.
Für andere Partien lagen die Preise deutlich niedriger. Tickets für ein Sechzehntelfinale im San Francisco Bay Area am 1. Juli waren ab 275 Dollar, umgerechnet 239 Euro, erhältlich. Wer die Begegnung zwischen Kap Verde und Saudi-Arabien am 27. Juni in Houston verfolgen wollte, konnte einen Platz für 380 Dollar, rund 330 Euro, erwerben.
Formelle Beschwerde
Die Debatte um die Ticketpreise schwelt seit Langem. Zuletzt wandten sich die europäische Verbraucherorganisation Euroconsumers und Football Supporters Europe mit einer formellen Beschwerde an die Europäische Kommission. In einer gemeinsamen Pressemitteilung warfen sie der FIFA vor, ihre Monopolstellung zu nutzen, um Fans überhöhte Preise und unfaire Bedingungen aufzuzwingen.