Ein Hausbrand zerstört alles – und der Streit um die Ursache entfacht ein neues Feuer zwischen Familie und Konzern.
Mehr als zweieinhalb Jahre nach einem verheerenden Hausbrand im salzburgischen Abtenau richtet die betroffene Familie schwere Anschuldigungen an den Münchner Automobilhersteller BMW. Ein Sachverständiger hatte als Brandursache einen Defekt an einem in der Hausgarage abgestellten Fahrzeug des Konzerns identifiziert – einem Modell, das inzwischen von einer Rückrufaktion erfasst ist. BMW weist jede Verantwortung zurück.
In einer Stellungnahme gegenüber dem ORF erklärte ein Unternehmenssprecher, das Schicksal der Familie mache betroffen. Nach Abgleich der Fahrgestellnummern könne das Unternehmen aber ausschließen, dass das Fahrzeug vom aktuellen Produktsicherheitsrückruf betroffen war.
Brand in Abtenau
Das Feuer hatte im Oktober 2023 ein Wohngebäude mit angeschlossener Werkstätte und drei Wohneinheiten vollständig zerstört. Für die Eigentümerfamilie ist damit auch die Frage der Haftung unbeantwortet geblieben. Unmittelbar nach dem Brandgeschehen habe man mit der Ursachenermittlung begonnen, schilderte Rebecca Oberreiter, die zum Zeitpunkt des Feuers in dem Gebäude lebte: „Es hat sich ziemlich schnell herausgestellt. Der Sachverständige hat das eigentlich gleich am selben Tag herausgefunden, dass die Brandursache das BMW-Modell gewesen ist – also der X3 vom Papa.“
Gibt man die Fahrzeugidentifikationsnummer des in der Abtenauer Garage abgestellten Wagens online ein, zeigt sich: Das Fahrzeug fällt unter den Rückruf und müsste nach aktuellem Stand in eine Fachwerkstätte gebracht werden. BMW hat in der Vergangenheit bereits mehrere sicherheitsrelevante Rückrufaktionen eingeleitet, um Fahrzeugmängel zu beheben und Risiken für Fahrzeughalter auszuschließen.
Der aktuelle Rückruf betrifft Fahrzeuge, bei denen zwischen Juli 2020 und Juli 2022 ein Starter-Relais nachgerüstet wurde. Metallabrieb kann dabei einen Kurzschluss im Magnetschalter verursachen, der zu Überhitzung und im schlimmsten Fall zu Brandgefahr führt. In Deutschland sind rund 28.580 Fahrzeuge betroffen, darunter die Modelle X3 (G01), X4 (G02), X5 (G05), X6 (G06) und Z4 (G29).
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BMWs Reaktion
Unbestritten ist, dass sich das Feuer in dem Gebäude mit großer Geschwindigkeit ausbreitete. Der von der Staatsanwaltschaft beauftragte Gutachter führte den Brand auf einen Defekt an einer elektrischen Leitung im Motorraum des Fahrzeuges zurück. Die Kundenabteilung von BMW teilte der Familie schriftlich mit, das Gutachten sei nicht geeignet, die Ursache des Brandes auch nur ansatzweise zu belegen.