Schulstress treibt Teenager zu drastischen Maßnahmen: Ein 15-jähriger Linzer löste mit Bombendrohungen Großeinsätze aus und erhält nun die saftige Quittung.
Ein 15-jähriger Schüler aus Linz muss für seine Bombendrohungen gegen drei Bildungseinrichtungen nun tief in die Tasche greifen. Der Teenager, der „Stress in der Schule“ als Motiv angab, wird mit einer Rechnung von 2652 Euro für die ausgelösten Polizeieinsätze konfrontiert. Am vergangenen Donnerstag waren Einsatzkräfte an zwei Schulstandorten in Oberösterreich im Großeinsatz – betroffen waren eine Bildungseinrichtung in der Linzer Neuen Heimat sowie eine Schule in Traun. Die Beamten durchkämmten die Gebäude etwa zwei Stunden lang nach Sprengkörpern, konnten jedoch keine gefährlichen Gegenstände sicherstellen.
⇢ Bombenmail an Schulen & Bahnhöfe: Jetzt wird gegen verdächtigen Schweizer offiziell ermittelt
Rasche Ermittlung
Die Ermittler konnten den Absender der Droh-Mails rasch identifizieren. Bei dem Verdächtigen handelte es sich um einen 15-jährigen Schüler aus Linz, dessen Wohnung auf Anordnung der Staatsanwaltschaft umgehend durchsucht wurde. Nach anfänglichem Leugnen legte der Jugendliche ein Geständnis ab. Er räumte ein, nicht nur für die beiden Drohungen in Oberösterreich verantwortlich zu sein, sondern auch eine Bombendrohung gegen eine Schule in Sankt Veit an der Glan in Kärnten verfasst zu haben, die ein Freund von ihm besucht. Als Beweggrund für seine Handlungen gab der Teenager „Stress in der Schule“ an.
⇢ Bombendrohung: Mehrere Schulen wurden evakuiert
Hohe Kosten
Die schulischen Probleme des 15-Jährigen werden nun durch erhebliche finanzielle Belastungen ergänzt.
Wie die „Krone“ berichtet, werden dem Schüler die Kosten für die ausgelösten Polizeieinsätze in Höhe von insgesamt 2652 Euro in Rechnung gestellt.
Kein Einzelfall
Derartiger Fehlalarm ist in Österreich kein Einzelfall. Im Mai dieses Jahres wurden in Oberösterreich mehrere weitere Bombendrohungen gegen Schulen verzeichnet. Unter anderem musste ein Schulzentrum in Ansfelden vollständig evakuiert werden. Nach Angaben der Polizei bleibt die Zahl solcher Vorfälle auf besorgniserregend hohem Niveau.
Rechtliche und psychologische Folgen
Neben den finanziellen Konsequenzen müssen jugendliche Täter in Österreich auch mit strafrechtlichen Maßnahmen rechnen. Gleichzeitig bieten viele Schulen mittlerweile psychologische Schulsozialarbeit und Kriseninterventionen an, um schulbedingtem Stress frühzeitig zu begegnen und Extremsituationen wie diese zu verhindern. Experten betonen die Wichtigkeit niederschwelliger Anlaufstellen für Schüler unter Leistungsdruck, bevor es zu derartigen Eskalationen kommt.